Dieser Tage läuft in Hannover wieder die Leitmesse für die Metallbearbeitung, die EMO. Klar, dass da jeder Aussteller bemüht ist, mit allen medialen Mitteln die Messebesucher auf seinen Stand zu lotsen. Ziel der ganzen Übung ist natürlich, da brauchen wir gar nicht drumrum reden, möglichst viele gute Gespräche mit Besuchern zu führen, um dann etwas zu verkaufen. Seien es Wendeschneidplatten zur Metallbearbeitung oder eben, wie bei uns, High-Tech-Schleifzentren zur Herstellung von Wendeschneidplatten.
Die Multigrind® CA für die echte Komplettbearbeitung von Wendeplatten in einer einzigen Aufspannung – auf Wunsch auch komplett automatisiert. Foto: HAAS, 2011.
Emo heißt „ich kaufe“
Das Wörtchen „emo“ kommt übrigens von „emere“ und bedeutet auf Latein „kaufen, jemanden auf seine Seite bringen“. Womit wir beim Thema wären. Alle wollen auf der EMO (Exposition Mondiale de la Machine Outil) was verkaufen, natürlich auch die Kollegen Schleifmaschinenhersteller; und dafür wird dann schon mal ordentlich auf den Werbeputz gehauen. Gerade eben habe ich wieder so eine Anzeige eines Schleifmaschinenherstellers gelesen. Vollmundig ist da von der kompletten Werkzeugbearbeitung die Rede. Das klingt zunächst mal interessant, wenn, ja wenn es denn eine echte Komplettbearbeitung wäre. Ist es aber nicht.
Komplettbearbeitung einer Stechplatte. Foto: HAAS 2011
Rohling rein, Wendeplatte raus, so geht Komplettbearbeitung:
Wenn Sie nach Hannover auf die EMO kommen (den HAAS-Stand finden Sie in Halle 6, Stand F28) zeigen wir Ihnen die erste Schleifmaschine der Welt, auf der Sie Wendeplatten komplett in einer Aufspannung und vollautomatisiert in HAAS-Präzision schleifen können. Dank der besonderen Kinematik unserer Multigrind®CA ist unseren Konstrukteuren und Softwareexperten ein echter Durchbruch bei der Produktion von Hartmetall-Wendeschneidplatten gelungen. Denn so einfach geht Komplettbearbeitung mit einer HAAS-Schleifmaschine:
Vielleicht erinnnern Sie sich noch? Vor zwei Jahren haben wir im Schleifblog mal das Thema „Urkilo“ und dessen Neudefinition gehabt. Diese wird notwendig, weil eben dieses Urkilo (ein Zylinder aus Platin und Iridium, 39 mm hoch und 39 mm im Durchmesser) an Masse verliert. Es wird leichter. Warum, weiß niemand so genau. Nun machen sich die Wissenschaftler der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt in Braunschweig an die Definition des neuen Kilogramms.
Die hochreine Siliziumkugel des Avogadro-Experiments, in der sich die Kopie des Urkilogramms spiegelt. Foto: Physikalisch-Technische Bundesanstalt, www.ptb.de
Atome zählen ist nichts für Erbsenzähler
Dazu arbeitet man an der PTB mit einer hochreinen Siliziumkugel, deren Durchmesser knapp 10 cm beträgt. Mit deren Hilfe soll die sog. Avogadro-Konstante möglichst exakt gemessen werden. Ziel der Braunschweiger ist es, die Atome einer ein Kilogramm schweren Kugel aus Silizium zu zählen. Eine Herkulesarbeit im Makrobereich, könnte man sagen, an der jeder Erbsenzähler verzweifeln würde.
Herauskommen wird eine riesige 24-stellige Zahl, die sog. Avogadro-Zahl, welche die Teilchenzahl N pro Stoffmenge n bestimmt. Die Forscher sind ziemlich pingelig und wollen bei ihrer Arbeit grade mal eine Ungenauigkeit von zwei Millionstel Prozent akzeptieren, um dann die Neudefinition des Kilogramms mittels der Anzahl von Atomen einer bestimmten Art vornehmen zu können. Das Urkilogramm hätte dann als Referenz ausgedient.
Wir drücken den Wissenschaftlern von Trossingen aus die Daumen und erkennen neidlos an, dass unsere urschwäbische Maßeinheit Muggaseggele in diesen Dimensionen nicht mehr ausreicht. Selbst wir als Schleifmaschinenhersteller, die es gewohnt sind, extrem genau, nämlich im Mikron-Bereich zu arbeiten, können hier nur noch staunen.
Gewicht: unter einem Kilo. Präzision: im Mikron-Bereich. Stechplatten, geschliffen
auf einer Multigrind AF. Foto: www.herbertnaujoks.de
Richtung Unendlichkeit
Echt staunen musste ich auch, als ich neulich gelesen haben, dass die Raumsonde Voyager 1 fast bist an die Grenze unseres Sonnensystems vorgestoßen ist. Seit gut 33 Jahren ist Voyager 1 mit rund 60.000 km pro Stunde unterwegs nach in die Unendlichkeit. 16 Stunden brauchen die Signale mittlerweile, die Voyager 1 zur Erde sendet. Ist das nicht fasznierend? Also, ich als Ingenieur und Hobby-Pilot bin begeistert von dieser technischen Meisterleistung. Seit wir das Hubble-Teleskop in unserer Kampagne für die Multgrind CB eingesetzt haben, haben wir bei Haas ja sowieso eine besondere Beziehung zur Raumfahrt.
Da man ja nie weiß, wer einem da draußen auf dem Weg in den interstellaren Raum so begegnet, hat Voyager 1 eine Goldene Schallplatte (nein, es ist keine von Elvis) an Bord, auf der sich Informationen aller Art befinden, ein goldener Brief to whom ist may concern sozusagen. Das Plattencover sieht so aus:
Das Cover der Golden Record mit einer Gebrauchsanweisung für die Leser da draußen. Quelle: http://voyager.jpl.nasa.gov/spacecraft/goldenrec.html
Wenn Sie jetzt neugierig geworden sind, was sich da draußen im Weltall tut, hier ein NASA-Video zur Voyager-Mission:
Quelle: NASA · www.jpl.nasa.gov/social/
Und wo wir’s schon von Präzision und Grenzen haben: Wir bei HAAS freuen uns immer auf anspruchsvolle Schleifaufgaben, die uns helfen, unsere Grenzen als Schleifmaschinen-Hersteller wieder ein Stückchen weiter hinauszuschieben.