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Made in Germany out? HAAS in!

Thomas Bader (2. v. l.) und Chris Boraston (2. v. r.) mit dem MWP Award. Thomas Bader (2nd from left) and Chris Boraston (2nd from right) with the MWP Award

English version follows each paragraph. (July 5, 2010)

Gleich zwei Mal habe ich in den letzten Tagen gelesen, dass das Gütesiegel „Made in Germany“ out sei (SZ 23.6.2010), bzw. das Markenzeichen „Engineered in Germany“ zunehmend an Bedeutung verliere. (Beilage VDI-Nachrichten Juni 2010). Keine Ahnung, auf welche Produkte sich diese Aussage genau beziehen. Ich kann sie jedenfalls für unsere Schleifmaschinen nicht nachvollziehen. Im Gegenteil!

Not just once, but twice in the past few days I’ve read that the ‘Made in Germany’ seal of approval is “out” (SZ 23.6.2010) or that the importance of the ‘Engineered in Germany’ trademark is on the wane (VDI-Nachrichten, June 2010 supplement). I haven’t a clue which products this claim is supposed to refer to, but I can’t see how it applies to our grinding machines. Just the opposite!

Ausland schätzt German Engineering
Als Maschinenbauer mit einem Exportanteil von deutlich mehr als 50 Prozent arbeite ich ständig mit ausländischen Ingenieuren und Technikern, in den USA, China, Irland oder Frankreich, um nur ein paar Länder zu nennen. Und wissen Sie was? Made in Germany oder Engineered in Germany genießt, so mein Eindruck, im Ausland nach wie vor einen sehr guten Ruf. Allerdings sollten wir alle mehr dafür tun. Also, statt ständig über die Rahmenbedingungen für Mittelständler in Deutschland zu klagen (ja ich weiß, die sind wirklich nicht besonders), sollten wir Ingenieure und Techniker unsere Energie in die Entwicklung neuer Technologien stecken. Und zwar am besten solche, die dem Kunden wirklich etwas nützen und sich rechnen. Für HAAS jedenfalls geht diese Strategie der konsequent am Kundenbedarf ausgerichteten Entwicklung auf.

German engineering enjoys international acclaim
In our capacity as machine manufacturers exporting considerably more than 50 per cent of our products, I work with international engineers and technicians all the time – in the United States, China, Ireland or France, to name just a few countries. And you know what? I get the impression that ‘Made in Germany’ or ‘Engineered in Germany’ still enjoy a very good reputation abroad. However, I feel that we should all do more to promote them. Instead of constantly grumbling about the conditions facing small- to medium-sized companies in Germany (yes, I know they’re really not particularly good), we engineers and technicians should invest our energy in developing new technologies – preferably those that are of some real use to the consumer and also make economic sense. As far as HAAS is concerned, this strategy of resolute customer-oriented development is paying off.

MWP-Award für Multigrind CB
Unsere Kunden sind mit der Leistung unserer Maschinen sehr zufrieden; und jetzt haben wir auch noch vor ein paar Tagen den britischen MWP-Award 2010 für unsere Multigrind CB bekommen. Der MWP-Award ist für Ingenieure so was wie der „Oscar“ für die Filmbranche oder der „Grammy“ für Musiker. Zusammen mit unserem englischen Partner Chris Boraston von Dorman Machine Tools sind wir stolz auf die Auszeichnung „Best Grinding & Finishing Machine“ und, wir wollten es kaum glauben, auf den Gesamtsieg in allen Kategorien, den „Grand Prix“. Also, da sage noch einer, Engineered in Germany verliert an Bedeutung. Oder sollte man ab jetzt lieber sagen „Engineered in Trossingen“?.

MWP Award for Multigrind CB
Our customers are highly satisfied with the performance of our machines; what’s more, just a few days ago we even won the British MWP Award 2010 for our Multigrind CB. In the world of engineering, the MWP Award is something like an ‘Oscar’ for the film industry or a ‘Grammy’ for musicians. In conjunction with our English partner Chris Boraston of Dorman Machine Tools, we are proud of the accolade ‘Best grinding and finishing machine’ and, although we can hardly believe it ourselves, of being voted the outright winner across all categories – the ‘Grand Prix’, so to speak. Who says ‘Engineered in Germany’ is losing its appeal? Or perhaps it should now be changed to ‘Engineered in Trossingen’?

And the MWP Grand Prix goes to... Preisverleihung in Birmingham. And the MWP Grand Prix goes to ... the awards ceremony in Birmingham.

Harter Wettbewerb, klare Kriterien
Ganz besonders beeindruckt waren die Mitglieder der MWP-Jury von der Tatsache, dass der Anwender auf einer Multigrind CB Bauteile mit sehr komplexen Geometrien (Turbinenschaufeln aus Titanlegierungen oder Kniegelenksimplantate) vom Rohling bis zum fertigen Bauteil in nur einer Aufspannung schleifen kann. Mit im Wettbewerb um die MWP-Awards waren übrigens Maschinenbauer wie DMG, Vollmer, Blohm, Mori Seiki, Mazak und Okuma, um nur ein paar zu nennen. Ein ganz erlesenes Feld, das unsere CB da auf die Plätze verwiesen hat. In der Jury saßen durch die Bank hochkarätige Experten aus Forschung, Lehre und Industrie. Die Kriterien nach denen die Maschinen bewertet wurden lauteten unter anderem: Innovation, einfache Implementierung, Ersatz alter Technologien, höhere Produktivität, Kostenreduktion, Zuverlässigkeit, Wartungsfreundlichkeit, Nachhaltigkeit, Ressourcenschonung, Genialität und nicht zuletzt wurde verlangt, dass die Maschine neue technologische Standards setzt.

Strong competition, clear criteria
The MWP jury was particularly impressed by the fact that the Multigrind CB can be used to grind components with highly complex geometries (turbine blades made of titanium alloys or knee-joint replacements) from the blank to the finished part in a single operation. Incidentally, other contestants for the MWP Awards included such machine manufacturers as DMG, Vollmer, Blohm, Mori Seiki, Mazak and Okuma, to name just a few. That’s quite an elite line-up that our CB left behind. Across the board, the jury consisted of high-calibre specialists from the fields of research, teaching and industry. The judging of the machines was based on the following criteria: innovation, ease of operation, replacement of old technologies, increased productivity, reduced costs, dependability, low maintenance, sustainability, conservation of resources and technical brilliance, among others. Last but not least, the machine also had to set new technological standards.

Thomas Bader, Ms. Boraston, Zita Bader, Chris Boraston zu vorgerückter Stunde. Thomas Bader, Ms Boraston, Zita Bader, Chris Boraston later on in the evening.

Nix g’sagt isch au g’lobt.
Wir Schwaben haben es ja von Natur aus nicht so mit dem Loben. „Nix g’sagt isch au g’lobt“, sagt man bei uns. Auf gut Hochdeutsch: Nichts gesagt ist auch gelobt. Deshalb freuen wir uns, dass die britische MWP-Jury das Loben für uns übernommen und die Qualität und Leistungsfähigkeit unserer Multigrind CB ausgezeichnet hat.
Wussten Sie eigentlich, dass das Siegel „Made in Germany“ im England des ausgehenden 19. Jahrhunderts als „Warnsiegel“ eingeführt wurde? Damit sollten einheimische englische Produkte vor vermeintlich minderwertigen Nachahmerprodukten aus dem Ausland geschützt werden. Im ersten Weltkrieg sollte diese Kennzeichnung helfen, Produkte des Kriegsgegners zu boykottieren. Ich bin echt froh, dass wir diese Zeiten hinter uns haben. Da messen wir uns doch viel lieber im technologischen Wettbewerb oder beim Fußball. Aber das ist jetzt eine ganz andere Geschichte…

Not saying anything is also a form of praise
We Swabians are not naturally inclined to be too lavish with our praise. There’s a local saying ‘Nix g’sagt isch au g’lobt’, which amounts to ‘Not saying anything is also a form of praise’. So we’re very pleased that the British MWP judges did the praising for us and awarded our Multigrind CB the prize for outstanding quality and performance. By the way, did you know that the ‘Made in Germany’ seal was first introduced in England as a warning at the end of the 19th century? The aim was to protect indigenous British products against supposedly inferior replicas from abroad. During World War I, this classification was intended to help boycott any items manufactured by the enemy. I’m really glad that these days are over. It’s far better to compete against each other in the field of technology or on the football pitch. But that’s a different story altogether …

Bis zum nächsten Mal. Ihr
So long, till next time. Yours sincerely
Thomas Bader

P.S. Auf Youtube habe ich einen witzigen Werbefilm gefunden, der mit dem Image von uns deutschen Ingenieuren spielt.
PS I found an amusing promotional clip on YouTube that parodies the image of us German engineers.

Hinterlasse einen Kommentar 29. Juni 2010

Hier spielt die Musik

Kaum zu glauben. Vor gut vier Wochen erfahren wir, dass wir Schwaben wahrscheinlich das älteste Kulturvolk der Welt sind. Mitte Mai wurde ja der sensationelle Fund der ältesten Skulptur einer Frau verkündet. Und jetzt findet das Archäologenteam um den Tübinger Professor Nicholas Conard in der Höhle “Hohlen Fels” bei Schelklingen auch noch das älteste Musikinstrument der Welt. Eine kleine Knochenflöte, gut 220 mm lang, und mindestens 35000 Jahre alt, so die Tübinger Experten. Ich bin begeistert, schließlich hat HAAS ja seinen Firmensitz in der Musikstadt Trossingen; von hier hat schon Bob Dylan seine Mundharmonikas bezogen. Und wenn ich mir das Flötle so anschaue, frage ich mich natürlich gleich, ob man so etwas auf einer Multigrind CB auch herstellen könnte. Es käme auf den Versuch an. Schließlich spielt hier in Trossingen auch in Sachen Schleiftechnologie die Musik!
Thomas Bader

Hinterlasse einen Kommentar 25. Juni 2009

Geklärt: Die Wiege der Kunst liegt im Musterländle

Waren die Schwaben das erste Kulturvolk der Menschheit, fragt sich der aus Cincinnati stammende Archäologe und Tübinger Professor Nicholas Conard, nach dem sensationellen Fund der “Venus von Schelklingen”. Die aus dem Elfenbein eines Mammuts geschnitzte Frauenfigur wurde im September 2008 bei Ausgrabungen in der Höhle “Hohle Fels” bei Schelklingen im Alb-Donau-Kreis gefunden und jetzt erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt. Das Figürle ist nur 60 mm groß und zwischen 30.000 und 40.000 Jahre alt. Ist doch erstaunlich, wie filigran unsere Vorfahren damals schon gearbeitet haben, echte Künstler und Tüftler halt. Was ich mich jetzt, bei aller Freude noch frage ist, ob man so eine Figur auch auf einer Multigrind schleifen könnte? Es käme auf einen Versuch an. Und wer mehr darüber wissen will, wie die Schwaben in der Steinzeit gelebt haben, dem empfehle ich den Rulamann, eine Erzählung aus der Zeit der Höhlenmenschen. Früher war das Pflichtlektüre in der Grundschule.

Thomas Bader

1 Kommentar 14. Mai 2009


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