Charlie Braun (Entwicklungsleiter), Thomas Plocher (Produktionsleiter) und Dirk Wember (Geschäftsführer) bei der fachmännischen Prüfung des Werkzeugs.
Auch ein Gebäude von 5.000 qm beginnt mit einem ersten Stich
Nein, das hat nicht Konfuzius gesagt (der hat von einer Reise von 1.000 Meilen gesprochen), sondern das stammt von mir. Die Anlehnung an Konfuzius passt aber trotzdem gut, weil wir uns mit dem Spatenstich zu unserem Fertigungsneubau auch auf eine Reise in die Zukunft begeben.
Mit vereinten Kräften Richtung Firmenneubau.
Wenn Sie uns in letzter Zeit in Trossingen besucht haben, ist Ihnen sicher aufgefallen, wie eng es zum Teil bei uns zugeht. Deshalb haben wir uns zum Bau eines neuen, funktionalen Firmengebäudes in unmittelbarer Nähe unseres jetzigen Standortes entschlossen.
Blick in die Zukunft: 3D-Modell unseres neuen Domizils.
Auf 5.000 qm sind dort in Zukunft Produktionshalle, Büros und ein großes Vorführzentrum unter einem Dach untergebracht. Mit dem Einzug in das neue Gebäude werden wir die sogenannte getaktete Fließmontage, kurz Taktmontage, in einer klimatisierten Fertigungshalle einführen. Durch die verbesserte Übersichtlichkeit dieser Montageart sowie die Transparenz der Material- und Informationsflüsse erhoffen wir uns kürzere Durchlauf- und damit Lieferzeiten und mehr Prozesssicherheit beim Bau unserer Multigrind® Schleifmaschinen. Die gleichmäßig klimatisierte Fertigungshalle wird uns helfen, in Sachen Präzision noch besser zu werden. Schließlich wollen Haas-Kunden mit Schleifmaschinen produzieren, die aufs µm genau schleifen. Ein weiteres technisches Merkmal unseres Neubaus in der Adelbert-Haas-Straße 1 ist die umweltfreundliche Wärmerückgewinnung im gesamten Gebäude. Unser Ziel ist es, mittels Luft-Wasser-Wärmepumpen weitestgehend ohne zusätzliche Energie zum Heizen oder Kühlen auszukommen.
Wenn Sie sich hin und wieder über den Fortgang unseres Neubaus informieren wollen, besuchen Sie uns hier im Schleifblog! Hier noch ein paar Eindrücke vom Spatenstich am letzten Mittwoch, den 7.11.2012.
Der neue Haas-Firmensitz: Stand 7.11.2012 · 11:42 Uhr.
Trossingens Bürgermeister Dr. Clemens Maier und Dirk der Baumeister.
Zita Bader (Kommunikation), Thomas Bader (Geschäftsführer) und Goldbeck-Projektleiter Holger Schöne nach dem Spatenstich.
Männer reden, Frauen packen an: Heike Wember.
Heike Wember von Haas zeigt, wie man mit großen Maschinen umgeht.
Wo wir’s vor ein paar Tagen hier im Schleifblog vom Hochgeschwindigkeitsschleifen hatten, noch ein paar Anmerkungen aus Sicht der Entwicklung & Konstruktion zu diesem technisch spannenden Thema: Beim Schleifen gibt es nämlich einen kleinen, aber nicht unwesentlichen technischen Widerspruch, der da heißt: „Drehzahl hoch, Steifigkeit der Schleifspindel runter und umgekehrt.“ Was ist damit gemeint?
Große Schleifscheiben, große Spindellager
Ganz einfach: wo es Geometrie und die Zugänglichkeit des Werkstücks erlauben, setzen wir in unseren Multigrind® Schleifmaschinen möglichst große Schleifscheiben ein, damit viele Schleifkörner länger kalt bleiben, also länger schleifen, ohne stumpf zu werden. Unsere hochpräzisen, direkt angetriebenen Haas-Spindeln müssen dann langsamer drehen, benötigen aber ein höheres Drehmoment für einen hohen Schleifdruck. Das heißt, es braucht große, stabile Lager; und die können aus physikalischen Gründen nicht so schnell drehen, weil sie sich zu sehr erhitzen würden.
Schleifen eines Abwälzfräsers auf einer CB mit großer Scheibe. Foto: Haas.
Kleine Schleifscheiben, leichte Spindellager
Anders sieht es bei Anwendungen aus, bei denen z. B. kleine Kerben oder Nuten in eine Schneide eingebracht werden müssen. Hier braucht es ein kleines Werkzeug, sprich eine kleine Schleifscheibe. Und damit diese kleine Schleifscheibe auf hohe Umfangsgeschwindigkeit kommt, braucht es hohe Drehzahlen; und natürlich leichte Spindellager.
Schleifen eines VHM-Fräsers auf einer CA mit kleiner Schleifscheibe. Foto: Haas.
Zwei Spindeln wohnen, ach! in meiner Schleifmaschine
Heute lösen wir diesen Widerspruch (siehe oben) bei Haas auf, indem wir, optional, zwei Spindeln in einer Maschine verbauen. Zum Beispiel eine HSK 80 mit 30 kW (8.000 1/min) für Scheiben mit 300 mm Durchmesser und eine HSK 25 (70.000 bis 120.000 1/min) für kleine Scheiben.
Um unseren Anwendern noch mehr Flexibilität bieten zu können, werden wir in ziemlich absehbarer Zukunft eine starke Allround-Spindel (auf gut Schwäbisch Midrange-Spindel) anbieten. Diese wird als HSK 50 Einzelspindellösung (bis zu 35.000 1/min) für sehr kleine Scheiben bis hin zu Schleifscheiben mit 250 mm Durchmesser ausgelegt sein.
Wenn Sie mit mir über Schleifspindeln fachsimpeln wollen, besuchen Sie uns doch auf der AMB in Stuttgart vom 18. bis 22. September. Sie finden uns in Halle 7, Stand B 71. Wenn Sie nicht nach Stuttgart kommen können, dann schreiben Sie mir. oder besuchen Sie uns in Trossingen.
Die Waldemar LINK GmbH & Co. KG hat 1963 die erste in Deutschland implantierte Hüftgelenksprothese entwickelt. Das renommierte Hamburger Unternehmen ist ein echter Innovationsmotor, wenn es um die Entwicklung von Implantaten geht. Wir freuen uns, dass die anspruchsvollen Endoprothesen-Spezialisten bei LINK ihre hochwertigen Knieimplantate auf unseren Multigrind® CB Schleifmaschinen schleifen.
Bis zu 600 (!) Schleifbahnen liegen dabei auf einer Kniegelenkleitfläche nebeneinander. Eine echte Herausforderung für CAM-Software, CNC-Steuerung und Schleifmaschine, vor allem weil wir es mit sehr harten Werkstoffen (z. B. Kobalt-Chrom-Molybdän-Legierungen) zu tun haben.
In der aktuellen Ausgabe der Siemens motion world 2-2012 ist gerade ein Bericht über das Zusammenspiel zwischen der bei LINK eingesetzten CAM-Software, der SIEMENS-CNC-Steuerung (Haas-Maschinen arbeiten mit der Sinumerik 840D sl) und unseren Schleifmaschinen erschienen.
High Speed Grinding by Vossloh Railservice. Foto: Vossloh.
Gibt man bei Wikipedia Hochgeschwindigskeitsschleifen ein, liest man Interessantes zum Thema „Abschleifen von Eisenbahnschienen“. High Speed Grinding nennt Vossloh Rail Services diese Technologie.
If you look up high-speed grinding in Wikipedia, you’ll find lots of interesting information about “grinding railway tracks”. And Vossloh Rail Services are experts in this particular field.
Dabei werden die Schienen pro Überfahrt um 50 µm abgeschliffen, um Ermüdungsschäden (Mikrorisse, Riffelberge usw.) zu vermeiden. Das High Speed Grinding von Vossloh ist eine Art Umfangsschleifen. Die Schleifkörper werden passiv angetrieben und hydraulisch zugestellt. Die Züge fahren mit bis zu 100 km/h über die Gleise. Betriebsbedingte Sperrungen der Schienen sind nicht nötig. Nach drei Durchgängen (2 x Schruppen, 1 x Schlichten) sind 0,1 mm abgetragen und die Gleise wieder in Topzustand, mit einer Rauheit von Ra < 8 µm.
In order to prevent fatigue damage (microcracks, ripples), a grinding train is used to grind down the rails. Each time it whizzes past, it takes off 50 µm. The high-speed grinding carried out by Vossloh is a kind of circumferential grinding, with abrasive wheels that are passively driven and hydraulically applied. The train travels along the tracks at speeds of up to 100 km/h, so there’s no need to close the train line. Just three transits (2 x rough machining, 1 x finishing) is enough to successfully remove 0.1 mm, returning the rails to their former glory with a surface roughness of Ra < 8 µm.
So viel zum Thema High Speed Grinding bei Vossloh. Wenn Sie wissen möchten, wie High Speed Grinding auf einer Multigrind® Schleifmaschine mit eingebauter Hochfrequenzspindel geht und für welche Anwendungen dieses Verfahren geeignet ist, dann schreiben Sie mir.
So that’s how high-speed grinding works at Vossloh. But to find out more about how high-speed grinding works on a Multigrind® grinding machine with built-in high-frequency spindle, and what kinds of applications are possible using this technique, just send me an email.
Ihr/Yours Thomas Bader
P.S. Also eins ist klar, an den Schleifexperten liegt’s nicht, wenn Ihr Zug mal Verspätung hat. P.S. Don’t blame it on the grinding experts next time your train’s running late.
Konrad Adenauer (1876-1967) war ein großer Kanzler, ein leidenschaftlicher Rosenzüchter und vor allem ein schlagfertiger Rheinländer. So wurde er mal gefragt, ob er denn keine Angst vor dem Fliegen habe. Darauf Adenauer trocken: „Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen!“ Gewitzt, wie er das Sprichwort zu seinen Gunsten dreht, oder? Aber ob er das auch gesagt hätte, wenn er bei meinem Kollegen Thomas Bader ins Cockpit geklettert wäre? Das Zitat passt auf jeden Fall gut zu den Deutschen Meisterschaften im Kunstflug, die gerade stattfinden, und an denen Thomas teilnimmt.
Kunststücke von Thomas Bader
Kunststück von Tim Kern
Meisterlich finde ich übrigens auch das Werkstück auf dem Foto. Oder darf man da schon von Kunststück sprechen? Erinnert doch irgendwie an die Metallskulpturen von Richard Serra.
Schleif-Kunststück. Fotografiert von Herbert Naujoks.
Was ist das für ein Teil auf dem Foto?
So viel für heute, und wer als erstes im Kommentar schreibt, worum es sich bei dem Teil handelt, bekommt die begehrte Haas-Lorry Bag! Kleiner Tipp: Geschliffen hat unser Schleifkünstler Tim Kern auf einer Multigrind® CB.
„Phantasie ist wichtiger als Wissen, denn Wissen ist begrenzt,“ hat Albert Einstein mal gesagt. Gut, wenn man über jede Menge Vorstellungskraft und Wissen in Sachen Schleifmaschinen und Schleifsoftware verfügt.