Das erste Hubble-Türchen / The First Hubble “Window”
Hubble Advent Calender, December 1 · via www.boston.com/bigpicture/2010/12/2010_hubble_space_telescope_ad.html
Der besondere Adventskalender
Passend zur Jahreszeit bringt der Boston Globe online auf seinem Fotoblog einen ganz besonderen Adventskalender. Da werden keine knarrenden Türchen aufgemacht oder Kerzen angezündet. Nein, Alan Taylor vom Boston Globe zeigt uns jeden Tag ein neues wunderbares Foto, das mit dem Hubble Space Telescope gemacht wurde. Mal ein ganz aktuelles Bild, mal ein älteres, aber immer mit einer genauen Bildbeschreibung. Also, wenn Ihnen das Warten auf Weihnachten zu lang wird, klicken Sie auf den Hubble-Adventskalender (kann man übrigens auch als RSS abonnieren). Eine schöne Idee, finde ich.
A Special Advent Calendar
With the holidays fast approaching, the Boston Globe has posted a fitting Advent calendar on its website’s photography blog. There aren’t any little windows to open or candles to light though, instead each day Alan Taylor from the Boston Globe shows us a new, incredible photo taken by the Hubble Space Telescope. Sometimes a brand-new image, sometimes an older one, but always with a detailed description of just what we are looking at. So if the run up to Christmas has got you feeling stressed, check out the Hubble Advent calendar (which you can even subscribe to as an RSS feed). I think it’s a nice idea.
Das zweite Hubble-Türchen / The Second Hubble “Window”
Hubble Advent Calender, December 2 · via www.boston.com/bigpicture/2010/12/2010_hubble_space_telescope_ad.html
Das dritte Hubble-Türchen / The Third Hubble “Window”
Hubble Advent Calender, December 3 · via www.boston.com/bigpicture/2010/12/2010_hubble_space_telescope_ad.html
Haas und Hubble / Haas and Hubble
Wie manche von Ihnen wissen, haben wir bei Haas zum Hubble eine ganz besondere Beziehung. Das Hubble sehen wir als Symbol für unseren eigenen Forscher- und Tüftlergeist – auf dem Gebiet der Schleiftechnologie. Deswegen haben wir für unsere Multigrind CB das Hubble als visuelles Leitmotiv ausgewählt.
As many of you know, we at Haas have a particular fondness for Hubble. We see the Hubble as a symbol of our own inventive and innovative spirit – in the field of grinding technology. Which is why we selected the Hubble as the main visual element in our Multigrind CB advertising campaign.
Anzeigenmotiv für unsere Multigrind CB mit Hubble Teleskop / Advertisement for our Multigrind CB with the Hubble Telescope
Eine schöne Adventszeit und einen guten Jahres-Endspurt wünscht Ihnen I wish you all a wonderful holiday season and a enjoyable last few weeks of the year!
English Translation follows each paragraph! 22.09.2010
Am Limit, Teil 1 / At the Limit, Part One
Ja, ich weiß, wir haben schon mal hier im Schleifblog was zum Thema Triebwerke und Turbinenschaufeln gebloggt, aber ein Bekannter hat mich neulich auf eine interessante Radiosendung zum Thema Flugzeugtriebwerke hingewiesen. Yes, I know, we’ve blogged about engines and turbine blades before, but a friend recently pointed out an interesting radio program on the subject of aircraft engines.
„Triebwerke am Limit – Forschung für noch bessere Flugzeugturbinen“ hieß die Sendung von Ralf Krauter auf SWR 2 Radio. Thema war, um es mal ganz grob zusammenzufassen, die Forschung an neuen, noch besseren und effizienteren Flugzeugturbinen. Triebwerke von Flugzeugen sind ja hochkomplexe Komponenten und deren Herstellung entsprechend anspruchsvoll. “Engines at the Limit – Research for Even Better Aircraft Turbines” was the title of the program by Ralf Krauter on the German radio station SWR 2. Roughly summarized, the main topic was research into new, better, and more efficient aircraft turbines. Aircraft engines are very complex components and their manufacture is correspondingly challenging.
Sie können den Beitrag aber auch gleich hier auf unserem integrierten Player anhören: You can, however, also listen to the program right here (in German) with our integrated player:
Musikvideo: Adobe Flash Player (Version 9 oder höher) wird benötigt um dieses Musikvideo abzuspielen. Die aktuellste Version steht hier zum herunterladen bereit. Außerdem muss JavaScript in Ihrem Browser aktiviert sein.
Sechseinhalb Tonnen wiegt das Triebwerk eines Airbus A-380, und es besteht aus rund 20.000 Einzelkomponenten. Bei vollem Schub saugt dieses Triebwerk enorme Mengen Luft an, und es strömt jede Menge Kerosin in die Brennkammern. In denen steigt die Temperatur auf mehr als 2.000 Grad Celsius, was wiederum die Turbinenschaufeln zum Glühen bringt. Ohne Kühlsystem würden die Schaufeln im Nu schmelzen. An Airbus A-380 engine weighs 6.5 (metric) tons and consists of about 20,000 individual parts. At full thrust, this engine sucks in enormous quantities of air and a lot of kerosene flows into the combustion chamber. Here, the temperature rises to more than 2,000 degrees centigrade, which turns the turbine blades into red-hot metal. Without a cooling system, the blades would quickly melt.
Damit die Turbinenschaufeln diese Belastungen aushalten, werden sie aus extrem anspruchsvollen Werkstoffen gefertigt: Titan, Nickel-Super-Legierungen, Inconel oder Wolfram-Molybdän-Legierungen zum Beispiel. Damit diese Bauteile ihren optimalen Wirkungsgrad in der Turbine entfalten, muss alles hundertprozentig stimmen: Oberflächengüte und Maßhaltigkeit. Schleifen ist deshalb in der Regel die erste Wahl bei der Bearbeitung. So that the blades can withstand this, they are manufactured from extremely formidable materials, such as titanium, nickel superalloys, Inconel, or tungsten-molybdenum alloys. For these components to reach their optimum efficiency in the turbine, everything must be 100% right: from surface quality to dimensional accuracy. Grinding is therefore generally the first choice for machining.
Turbinenschaufel vor und nach dem Schleifprozess. Turbine blades before and after the grinding process. Source: www.multigrind.de
Bisher mussten die Turbinenschaufeln innerhalb des Schleifprozesses zur exakten Messung auf die externe Messmaschine gespannt werden, dann erfolgte die Nachbearbeitung in einer neuen Aufspannung in der Schleifmaschine. Nun haben unsere Ingenieure das integrierte Messen in unseren Schleifmaschinen dahingehend optimiert, dass die bisher unvermeidlichen Auslenkungen des Messtasters mittels eines Kompensationsprogramms berücksichtig werden. Damit erreichen wir beim Messen in der Maschine eine Wiederholgenauigkeit von einigen µm. Und das alles in einer Aufspannung! Previously, turbine blades had to be removed for exact measurements using the external measuring equipment and then newly clamped in the grinding machine for grinding to continue. Now our engineers have optimized the measuring system integrated into our grinding machines so that the previously unavoidable deflections of the measuring sensor can be accounted for with a compensation program. This way, we can achieve a repeatable precision in the machine of just a few µm with just a single clamping operation!
Am Limit, Teil 2 / At the Limit, Part Two
Nicht ganz so heiß wie im Triebwerk eines Airbus geht es im Motor einer Pitts zu. Was mein Kollege Thomas Bader allerdings in seiner knappen Freizeit mit diesem Flugzeug anstellt, das ist wiederum ziemlich heiß: It doesn’t get quite as hot in a Pitts engine as it does in an Airbus engine. However, the things that my colleague Thomas Bader gets up to with this aircraft in his limited free time are pretty sizzling:
Übrigens, Thomas nimmt gern Fluggäste mit, und er kann ihnen auch erklären, warum wir bei HAAS der Meinung sind, dass nicht nur über den Wolken, sondern auch beim Schleifen die Freiheit möglichst grenzenlos sein sollte. By the way, Thomas likes to take passengers along, and he can also explain why we at HAAS think that it is not just above the clouds – but also when grinding – that freedom should be as limitless as possible.
Stets einen guten Flug wünscht Ihnen Wishing you always a good flight,
Schleifen eines großen Abwälzfräsers auf einer Multigrind CB.
Konkurrenz belebt ja das Geschäft, sagt man so. Deshalb freue ich mich als Ingenieur immer, wenn ich in einer Fachzeitschrift was Neues von den Kollegen beim Wettbewerb lese. Neulich zum Beispiel wurde in der „fertigung“ eine Schleifmaschine für große Dimensionen angekündigt. Abwälzfräser sollen später darauf hergestellt werden. Klingt interessant, dachte ich mir, war aber nach der Lektüre eher enttäuscht. Nix Halbes und nix Ganzes, wie wir Schwaben sagen.
Fix und fertig und komplett
Auf der ersten an den Kunden ausgelieferten Multigrind CB werden tatsächlich Abwälzfräser bearbeitet. Das sind ziemlich beeindruckende Fräswerkzeuge, bis zu 600 kg schwer und 600 mm lang und haben einen Durchmesser von max. 500 mm. I.P. Huse stellt auf der norwegischen Insel Herøy mit solchen Fräswerkzeugen u.a. Zahnräder zum Antrieb großer (wirklich großer!) Winden für Fracht- und Containerschiffe und Bohrplattformen her.
Voller Einsatz für Mann und Winden. Quelle: www.maersk.com
Auf den Trommeln, die schon mal 8 Meter im Durchmesser haben können, werden Ankerketten, Schiffstrosse oder Kabel aufgerollt. Die Bearbeitungsspezialisten von I.P. Huse haben sich für HAAS entschieden, weil wir der einzige Schleifmaschinenhersteller sind, auf dessen Maschinen sehr große Verzahnungswerkzeuge in einer einzigen Aufspannung bearbeiten werden können, auch komplett. Ermöglicht wird dies z. B. durch eine gekreuzte Doppelspindelanordnung, 360° Schwenkwinkel in der A-Achse und 320° Schwenkwinkel der Schleifscheibe in der C-Achse.
Die Hysterese und das Muggaseggele
Damit nun die Zahnräder in den großen Winden optimal auch unter Schwerstlast laufen, müssen sie äußerst präzise gearbeitet sein, und dazu braucht’s, wer hätte es gedacht, äußerst präzise Abwälzfräswerkzeuge. Werkzeuggenauigkeiten von 2 bis 3 µm müssen sein. Um diese Genauigkeit während des kompletten Schleifprozesses sicherzustellen, haben wir der CB ein intelligentes, integriertes 3D-Messsystem verpasst.
Messen in der Multigrind® CB
HAAS-Mitarbeiter nehmen's ganz genau.
Den Mathematikspezialisten in unserer Softwareabteilung ist es dabei gelungen, die sog. Hysterese mathematisch zu kalibrieren. Unter einer Hysterese versteht man das Fortdauern einer Wirkung nach dem Wegfall ihrer Ursache; also, wenn der Taster weiter ausgelenkt wird, als er eigentlich sollte, was sich im nächsten Schliff dann negativ auswirkt. Aber wie gesagt, damit ist jetzt Schluss: die integrierte Messeinheit in unserer CB führt zu Wiederholgenauigkeiten von weniger als 1 µm (und das ist weniger als ein Muggaseggele!) und spart außerdem zeitaufwändiges Ab- und Aufspannen. Da freut sich doch der Schwabe in uns allen, oder?
Ihr Thomas Bader
P.S. Jetzt hab ich noch was Nettes für alle Seefahrer: Die Fräsbearbeitung eines großen Zahnrades bei I.P. Huse dauert bis zu 8 Tagen. Die Fahrt mit dem Schiff durch den Panamakanal rund 8 Stunden – oder im Zeitraffer knapp 2 Minuten.
Zeitraffer-Schiffsreise durch den Panamakanal. Linktipp: www.mare.de
Mal ganz ehrlich, können Sie es noch hören, dieses Gerede von der Krise als Chance? Diese vorgestanzten Power-Point-Sätze, dass man während der Krise seine Hausaufgaben in Sachen Produkt-Innnovation gemacht habe und jetzt den Markt mit bahnbrechenden Neuentwicklungen überrollen werde? Seit Monaten müssen wir uns das jetzt anhören, von der Frittenbude um die Ecke genauso wie vom Global Player aus Bielefeld.
Entscheidend is’ auf’m Platz oder Zeit für eine Zwischenbilanz
Sie wissen ja, wir Menschen aus dem Ruhrgebiet haben’s nicht so mit Blabla. „Grau ist alle Theorie – wichtig is auffem Platz“, hat Adi Preißler mal gesagt, und der ist bis heute mit 168 Toren Rekordtorschütze vom BVB.
Ein Blick in die HAAS-Fertigung.
Als Schleifmaschinen-Hersteller und faire Sportsleute freuen wir uns natürlich immer, wenn Wettbewerber, vor denen wir mal richtig Respekt hatten, die Entwicklung in der Branche vorantreiben wollen. Da profitieren schließlich alle davon – wenn was Neues dabei rauskommt.
Wir finden es allerdings ziemlich amüsant, wenn ein paar Hersteller von Schleif- oder Fräsmaschinen jetzt so tun, als ob sie die Herstellung von Kniegelenks-Implantaten wenn nicht gerade erfunden, doch zumindest perfektioniert hätten. Das ist großer „Kappes“, wie man im Pott sagt, auf Hochdeutsch: Quatsch. Für mich klingt das ungefähr so, wie wenn einer, der grad so ein Spiegelei hinkriegt, dem Vincent Klink in seiner Wielandshöhe mal zeigen will, wie man richtig kocht. Also wirklich…
1 Million Knie-Endoprothesen pro Jahr oder Erfahrung macht Qualität
„Jedes Werkzeug muss durch die Erfahrung gemacht werden”, hat der da Vinci mal gesagt. Wir bei HAAS in Trossingen verfügen über rund 10 Jahre Erfahrung beim Schleifen von künstlichen Kniegelenken. Auf unseren Multigrind CB werden pro Jahr weltweit mehr als 1 Million Knie-Endoprothesen herstellt. Das ist ne Menge und hat seinen Grund.
Wir waren zwar nicht von Anfang an dabei (die ersten modernen Gelenkflächenimplantate wurden Anfang der siebziger Jahre entwickelt), aber unsere Ingenieure wissen, wovon sie sprechen; und sie wissen auch, welche Verantwortung auf unseren Kunden, die Knie- oder Hüftgelenksimplantate herstellen, ruht. Das Kniegelenk ist nämlich nicht nur das größte Gelenk bei uns Menschen, sondern auch eine äußerst komplizierte Angelegenheit.
Wo HAAS-Know-how drin steckt, ist Flexibilität Programm.
Kein Wunder, das die Implantation eines künstlichen Kniegelenks zu den anspruchsvollsten Operationen zählt und die Herstellung der entsprechenden Implantate eine echte Königsdisziplin für uns Schleifmaschinenhersteller ist. Ob ein Patient, wie etwa die amerikanische Schauspielerin und Aerobic-Ikone Jane Fonda (unterhaltend ihr Blogeintrag dazu) nach Ihrer Knieoperation im letzten Jahr, wieder schmerzfrei aktiv sein kann, hängt nicht zuletzt von der Güte des Implantats ab. Kompromisse und mangelnde Erfahrung in der Herstellung können da ziemlich schmerzhaft und teuer sein. Wer will das riskieren?
Kontinuierlich abrichten oder technische Sprünge statt großer Sprüche
Wie ein technischer Entwicklungssprung bei der Herstellung von Knieimplantaten aussieht, das zeigen wir Ihnen in ein paar Wochen live auf der GrindTec in Augsburg und natürlich jederzeit bei uns in Trossingen.
Das „Kontinuierliche Abrichten“ (Continious Dressing) ist z. B. so ein technischer Sprung. Damit lassen sich erstmalig auf einer mehrachsigen Schleifmaschine vom (Multigrind CB) die Schleifscheiben während des Schleifprozesses abrichten. So ist die maximale Maßhaltigkeit und Oberflächengüte des Implantats sichergestellt. Und genau so was verstehe ich unter einer echten Innovation; mehr dazu steht hier.
Wie gesagt, wichtig is’ auf’m Platz. Oder was meinen Sie?
Schleifen einer Turbinenschaufel in einer Aufspannung
276 Kilonewton (kN) Schub erzeugt jedes der vier Triebwerke eines Jumbos beim Start, dabei werden in jeder Turbinenbrennkammer ca. 3 Liter Kerosin pro Sekunde verbrannt. Ist die Reisegeschwindigkeit von ca. 950 km/h erreicht, braucht der Jumbo „nur“ noch 30 % des Maximalschubs aller Triebwerke, also rund 250 kN insgesamt; das sind so um die 90.000 PS (zum Vergleich: ein ICE bringt je nach Ausführung rund 12.000 PS auf die Schiene). Es ist klar, dass die Turbinenschaufeln (im Einlauf, im Verdichter oder in der Brennkammer einer Flugzeugturbine) höchsten Belastungen ausgesetzt sind. Extreme Drehzahlen, extreme Temperaturen, hohe Zentrifugalkräfte und permanenter „Beschuss“ durch Staubpartikel in der angesaugten Luft. Als Werkstoffe kommen deshalb nur hochfeste und hitzebeständige Materialien (z. B. Inconel, Nimonic oder Titan) zum Einsatz. Und diese High-Tech-Werkstoffe zeigen sich bei der fräsenden Bearbeitung als wahre „Fräserkiller“. Deshalb setzen mehr und mehr Anwender auf die Schleifbearbeitung bei der Herstellung und Instandsetzung der teuren Turbinenschaufeln. Wir haben für die HAAS Multigrind CB® einen Schleifprozess entwickelt, bei dem sämtliche Geometrien einer Turbinenschaufel in einer einzigen Aufspannung bearbeitet werden können. Dieser Schleifprozess senkt die Werkzeugkosten, bietet sichere Prozesse und garantiert maßhaltige Qualität im Mikrometerbereich. Wenn Sie mehr über diesen Prozess wissen wollen, freue ich mich auf Ihren Kommentar oder Ihre Fragen.
Ihr Thomas Bader
Da geht’s richtig zur Sache: Boeing 747 beim Start
Ich halte Neugier und Offenheit für elementare Eigenschaften, im Privaten wie im Beruf. Der Ingenieur, so heißt es, ist ja schon von Geburt an neugierig, und eigentlich ständig auf der Suche nach einer besseren Lösung für eine technische Aufgabe – nicht immer zur Freude der Ehepartner übrigens. Im aktuellen Anzeigenmotiv für unser Schleif-Flagschiff, die CB, steht das Foto des Hubble-Teleskops (benannt nach dem Astronomen Edwin Hubble) für diese Neugier, die uns im Alltag den richtigen Vorschub gibt. Klar also, dass wir zu „unserem“ Hubble eine ganz besondere Beziehung haben. Und deswegen haben wir auch die Hubble-Reparatur-Mission der NASA vor ein paar Wochen interessiert verfolgt. Es scheint alles geklappt zu haben. Hubble wird, so die NASA, mindestens bis 2014 spektakuläre Bilder auf die Erde funken und unsere Neugier auf das, was da draußen ist, befeuern. Hier unten auf der Erde, genauer in Trossingen bei HAAS, arbeiten wir während dessen mit Hochdruck an neuen Schleiflösungen und Softwareentwicklungen, die unseren Kunden die Arbeit noch leichter machen werden. Ein Beispiel dafür der Schleifprozess zur Komplettbearbeitung von Turbinenschaufelblättern – übrigens nur eine von zahlreichen Innovationen an denen wir dran sind. Also: immer neugierig bleiben!
Ihr Dirk Wember
Spektakuläre Reparaturarbeiten am Hubble-Teleskop
Ergänzung 16.7.2009
Kennen Sie das Gefühl, wenn einem beim Schrauben oder Hämmern auf einer fünf Meter hohen Leiter das Werkzeug runterfällt, am besten noch in einen Wassereimer oder so? So was passiert auch Profis im All. Schauen Sie mal auf dem Video, wie sich die Werkzeugtasche ins Outerspace verabschiedet.
Eine Werkzeugtasche auf ihrem Weg durch Raum und Zeit
Kaum zu glauben. Vor gut vier Wochen erfahren wir, dass wir Schwaben wahrscheinlich das älteste Kulturvolk der Welt sind. Mitte Mai wurde ja der sensationelle Fund der ältesten Skulptur einer Frau verkündet. Und jetzt findet das Archäologenteam um den Tübinger Professor Nicholas Conard in der Höhle “Hohlen Fels” bei Schelklingen auch noch das älteste Musikinstrument der Welt. Eine kleine Knochenflöte, gut 220 mm lang, und mindestens 35000 Jahre alt, so die Tübinger Experten. Ich bin begeistert, schließlich hat HAAS ja seinen Firmensitz in der Musikstadt Trossingen; von hier hat schon Bob Dylan seine Mundharmonikas bezogen. Und wenn ich mir das Flötle so anschaue, frage ich mich natürlich gleich, ob man so etwas auf einer Multigrind CB auch herstellen könnte. Es käme auf den Versuch an. Schließlich spielt hier in Trossingen auch in Sachen Schleiftechnologie die Musik!
Thomas Bader
Gute 40 Kilometer sind es von Trossingen nach Beuron im Donautal, eine reizvolle Strecke übrigens, nicht nur mit meinem Motorrad. Dort in Beuron steht die schöne Benediktiner-Abtei St. Martin, ein beliebtes Ausflugsziel schon in meiner Jugend. Aber was hat das mit Le Bourget, der weltgrößten Luft- und Raumfahrt-Messe zu tun? Nun, eine der Regeln des Heiligen Benedikt von Nursia lautet “Nicht murren”. Der Schwabe würde sagen “id maula”. Ich finde, diese Regel sollten wir uns alle angesichts dieser wirtschaftlich schwierigen Zeiten öfters zu Herzen nehmen. Also einfach mal weniger klagen, wie schlimm alles ist, sondern optimistisch, konstruktiv und positiv mit der Situation umgehen. Und jetzt sind wir beim Thema Le Bourget. Wir haben uns entschieden, auf diese wichtige Messe zu gehen, weil wir mit unseren Kunden und potentiellen Interessenten direkt sprechen möchten. Wir suchen hier vor den Toren von Paris den Dialog mit den Anwendern und gemeinsam mit den Unternehmen der Luft- und Raumfahrtindustrie nach Schleifprozessen, die dazu beitragen, dass die Werkstücke noch besser werden und der Stückpreis wettbewerbsfähig ist. Live zeigen wir das seit letzten Montag und noch bis kommenden Sonntag. Auf einer Multigrind CB schleifen wir sämtliche Geometrien einer Turbinenschaufel – von den aerodynamischen Freiformflächen der Schaufeln über den Fuß bis zur Anschlussgeometrie zur Fixierung an der Turbinennabe – aus dem Vollen und in nur einer Aufspannung. Unser Fazit nach 4 Messetagen: Der Einsatz hat sich gelohnt, die Besucher auf unserem Stand sind beeindruckt, wir führen viele interessante Gespräche. Nach der Messe planen wir zum Thema “Turbinen schleifen” einen Anwendungsfilm, der dann auf unserer Homepage zu sehen sein wird. Schreiben Sie mir, wenn Sie Interesse an diesem Film haben. Und schreiben Sie mir auch, wenn Sie statt “murren” auf konstruktives Nachdenken setzen.
Thomas Bader
Wer sich im privaten wie im beruflichen Alltag mit Pi mal Auge nicht zufrieden geben kann, braucht weltweit gültige, einheitliche Maßeinheiten, einen Standard eben. Was u.a. das Messen und Wiegen angeht, ist dafür seit 1875 das Internationale Büro für Maß und Gewicht in Sèvres bei Paris zuständig. Hier lagern zum Beispiel die so genannten Referenzkörper für das Urkilogramm (ein Platin-Iridium-Zylinder) oder das Urmeter (ein Platin-Iridium-Stab). Das BIMP ist zuständig für die Basiseinheiten Länge, Masse, Zeit, elektrische Stromstärke, thermodynamische Temperatur, Stoffmenge und Lichtstärke. Was das Urkilo angeht, streiten sich im Moment die Wissenschaftler, ob dieses im Laufe der Jahre an Masse verloren hat. Keinen Streit gibt es darüber, dass ein Meter die Entfernung ist, die das Licht in einer 299.792.458stel Sekunde zurücklegt. Und keine Zweifel gibt es auch daran, dass wir bei HAAS mit unseren Schleifmaschinen vom Typ Multigrind auf den Mikrometer (0,000.001 m oder 10-6 m) genau schleifen, und zwar ohne Wenn und Aber. Ob und wann sich die Wissenschaftler allerdings einmal mit der urschwäbischen Maßeinheit Muggaseggele auseinandersetzen, weiß kein Mensch. Wissen Sie, was und wie viel ein Muggaseggele ist? Schreiben Sie’s uns.
Als leidenschaftlicher Hobbypilot, mit leider viel zu wenig Zeit, kann ich sehr gut nachempfinden, was Andreas Späth von der Süddeutschen als Copilot im Kunstflieger erlebt hat, das mit der Spucktüte mal ausgenommen. Die Kunstfliegerei bringt nämlich Mann (oder Frau) und Material bisweilen an die Grenzen der Belastbarkeit. Als Maschinenbauer fasziniert mich natürlich nicht nur das Fliegen selbst, sondern auch die technische Materialfrage sehr. Schließlich sind die physikalischen Belastungen, die zum Beispiel ein Turbinenblatt in einem Passagierjet aushalten muss, enorm: Umgebungstemperatur rund 1.200 ° und dazu jede Menge aggressive Stäube, die mit Hochgeschwindigkeit auf das Blatt treffen. Wie man solche Bauteile aus besonders schwer zerspanbaren Werkstoffen (Super Alloys, Inconel, Titan usw) wirtschaftlich und präzise schleifen kann, damit beschäftigen wir uns bei HAAS seit geraumer Zeit. Und live zeigen wir das jetzt zum ersten Mal auf der Paris Air Show 2009. Hier trifft sich einfach alles, was in der Luftfahrtindustrie Rang und Namen hat. Die Hersteller von Flugzeugen und Helikoptern, die Zulieferer wie HAAS und natürlich jede Menge Menschen wie ich, für die das Fliegen immer noch die vielleicht schönste Nebensache der Welt ist.