Dieser Tage läuft in Hannover wieder die Leitmesse für die Metallbearbeitung, die EMO. Klar, dass da jeder Aussteller bemüht ist, mit allen medialen Mitteln die Messebesucher auf seinen Stand zu lotsen. Ziel der ganzen Übung ist natürlich, da brauchen wir gar nicht drumrum reden, möglichst viele gute Gespräche mit Besuchern zu führen, um dann etwas zu verkaufen. Seien es Wendeschneidplatten zur Metallbearbeitung oder eben, wie bei uns, High-Tech-Schleifzentren zur Herstellung von Wendeschneidplatten.
Die Multigrind® CA für die echte Komplettbearbeitung von Wendeplatten in einer einzigen Aufspannung – auf Wunsch auch komplett automatisiert. Foto: HAAS, 2011.
Emo heißt „ich kaufe“
Das Wörtchen „emo“ kommt übrigens von „emere“ und bedeutet auf Latein „kaufen, jemanden auf seine Seite bringen“. Womit wir beim Thema wären. Alle wollen auf der EMO (Exposition Mondiale de la Machine Outil) was verkaufen, natürlich auch die Kollegen Schleifmaschinenhersteller; und dafür wird dann schon mal ordentlich auf den Werbeputz gehauen. Gerade eben habe ich wieder so eine Anzeige eines Schleifmaschinenherstellers gelesen. Vollmundig ist da von der kompletten Werkzeugbearbeitung die Rede. Das klingt zunächst mal interessant, wenn, ja wenn es denn eine echte Komplettbearbeitung wäre. Ist es aber nicht.
Komplettbearbeitung einer Stechplatte. Foto: HAAS 2011
Rohling rein, Wendeplatte raus, so geht Komplettbearbeitung:
Wenn Sie nach Hannover auf die EMO kommen (den HAAS-Stand finden Sie in Halle 6, Stand F28) zeigen wir Ihnen die erste Schleifmaschine der Welt, auf der Sie Wendeplatten komplett in einer Aufspannung und vollautomatisiert in HAAS-Präzision schleifen können. Dank der besonderen Kinematik unserer Multigrind®CA ist unseren Konstrukteuren und Softwareexperten ein echter Durchbruch bei der Produktion von Hartmetall-Wendeschneidplatten gelungen. Denn so einfach geht Komplettbearbeitung mit einer HAAS-Schleifmaschine:
Legendäre Rührschüssel von Krups, entwickelt von Rido Busse.
Liebe Schleifblog-Leserinnen und -Leser, jetzt fragen Sie sich bestimmt, was in aller Welt hat eine Rührschüssel (ich setze mal drauf, dass alle männlichen Leser wissen, was man mit so einer Rührschüssel macht ) mit einer Schleifmaschine zu tun? Ich will es Ihnen kurz erzählen.
Vor drei Jahren haben wir für unser Flaggschiff, die Multigrind CB, den renommierten Red Dot Design Award bekommen. Darüber haben wir uns mächtig gefreut, weil es uns mit Hilfe unseres Designpartners BUSSE Design gelungen ist, hohe Funktionalität und Ästhetik harmonisch zu verbinden. Was man ja uns Ingenieuren nicht immer so zutraut, seien wir mal ganz ehrlich. Firmengründer und Inhaber von BUSSE Design ist Rido Busse, und damit sind wir in bei der Rührschüssel.
Blick über den Schüsselrand
Rido Busse ist nämlich der Erfinder der legendären Rührschüssel mit umgebogenem Rand, die nicht nur ansprechend aussieht, sondern vor allem in der Handhabung enorm praktisch ist. Eine wirkliche Revolution war das damals, diese Rührschüssel, die Busse für Krups entwickelte. Millionenfach hat sich das Ding verkauft, kaum ein Haushalt, in dem nicht so eine Rührschüssel steht. Schauen Sie mal daheim nach.
Professor Busse, der vor wenigen Wochen mit dem Bundesverdienstkreuz für sein Lebenswerk geehrt wurde, hat an der legendären Hochschule für Gestaltung in Ulm studiert und sein Designbüro Ende der sechziger Jahre gegründet. Busse engagiert sich nebenbei seit vielen Jahren im Kampf gegen die Produktpiraterie. In diesem Zusammenhang hat er den Plagiarius ins Leben gerufen, der regelmäßig für besonders dreiste Produktkopien vergeben wird. Ein Problem, das sicher der eine oder andere Leser auch kennen wird.
Busses Credo lautet sinngemäß, dass Design kein unnützer Kostenfaktor ist, sondern eine lohnende Investition in die unternehmerische Zukunft, und dass sich innovative Ideen, die qualitativ hochwertig umgesetzt werden, langfristig auszahlen.
Die Multigrind CB. Sieht gut aus und schleift noch besser.
Das können wir nur unterschreiben. Die Multigrind CB hat sich am Markt durchgesetzt – aufgrund ihrer Leistungsfähigkeit als High-Tech-Schleifzentrum und vielleicht auch, weil sie ansprechend aussieht.
Wie wichtig ist Design für Sie, wenn es um technische Investitionsgüter geht? Was ist Ihr liebstes Designprodukt? Ich bin gespannt auf Ihre Meinung.
In diesem Sinne, herzliche Grüße und: rührenSchleifen Sie gut!
Das erste Hubble-Türchen / The First Hubble “Window”
Hubble Advent Calender, December 1 · via www.boston.com/bigpicture/2010/12/2010_hubble_space_telescope_ad.html
Der besondere Adventskalender
Passend zur Jahreszeit bringt der Boston Globe online auf seinem Fotoblog einen ganz besonderen Adventskalender. Da werden keine knarrenden Türchen aufgemacht oder Kerzen angezündet. Nein, Alan Taylor vom Boston Globe zeigt uns jeden Tag ein neues wunderbares Foto, das mit dem Hubble Space Telescope gemacht wurde. Mal ein ganz aktuelles Bild, mal ein älteres, aber immer mit einer genauen Bildbeschreibung. Also, wenn Ihnen das Warten auf Weihnachten zu lang wird, klicken Sie auf den Hubble-Adventskalender (kann man übrigens auch als RSS abonnieren). Eine schöne Idee, finde ich.
A Special Advent Calendar
With the holidays fast approaching, the Boston Globe has posted a fitting Advent calendar on its website’s photography blog. There aren’t any little windows to open or candles to light though, instead each day Alan Taylor from the Boston Globe shows us a new, incredible photo taken by the Hubble Space Telescope. Sometimes a brand-new image, sometimes an older one, but always with a detailed description of just what we are looking at. So if the run up to Christmas has got you feeling stressed, check out the Hubble Advent calendar (which you can even subscribe to as an RSS feed). I think it’s a nice idea.
Das zweite Hubble-Türchen / The Second Hubble “Window”
Hubble Advent Calender, December 2 · via www.boston.com/bigpicture/2010/12/2010_hubble_space_telescope_ad.html
Das dritte Hubble-Türchen / The Third Hubble “Window”
Hubble Advent Calender, December 3 · via www.boston.com/bigpicture/2010/12/2010_hubble_space_telescope_ad.html
Haas und Hubble / Haas and Hubble
Wie manche von Ihnen wissen, haben wir bei Haas zum Hubble eine ganz besondere Beziehung. Das Hubble sehen wir als Symbol für unseren eigenen Forscher- und Tüftlergeist – auf dem Gebiet der Schleiftechnologie. Deswegen haben wir für unsere Multigrind CB das Hubble als visuelles Leitmotiv ausgewählt.
As many of you know, we at Haas have a particular fondness for Hubble. We see the Hubble as a symbol of our own inventive and innovative spirit – in the field of grinding technology. Which is why we selected the Hubble as the main visual element in our Multigrind CB advertising campaign.
Anzeigenmotiv für unsere Multigrind CB mit Hubble Teleskop / Advertisement for our Multigrind CB with the Hubble Telescope
Eine schöne Adventszeit und einen guten Jahres-Endspurt wünscht Ihnen I wish you all a wonderful holiday season and a enjoyable last few weeks of the year!
Thomas Bader (2. v. l.) und Chris Boraston (2. v. r.) mit dem MWP Award. Thomas Bader (2nd from left) and Chris Boraston (2nd from right) with the MWP Award
English version follows each paragraph. (July 5, 2010)
Gleich zwei Mal habe ich in den letzten Tagen gelesen, dass das Gütesiegel „Made in Germany“ out sei (SZ 23.6.2010), bzw. das Markenzeichen „Engineered in Germany“ zunehmend an Bedeutung verliere. (Beilage VDI-Nachrichten Juni 2010). Keine Ahnung, auf welche Produkte sich diese Aussage genau beziehen. Ich kann sie jedenfalls für unsere Schleifmaschinen nicht nachvollziehen. Im Gegenteil!
Not just once, but twice in the past few days I’ve read that the ‘Made in Germany’ seal of approval is “out” (SZ 23.6.2010) or that the importance of the ‘Engineered in Germany’ trademark is on the wane (VDI-Nachrichten, June 2010 supplement). I haven’t a clue which products this claim is supposed to refer to, but I can’t see how it applies to our grinding machines. Just the opposite!
Ausland schätzt German Engineering
Als Maschinenbauer mit einem Exportanteil von deutlich mehr als 50 Prozent arbeite ich ständig mit ausländischen Ingenieuren und Technikern, in den USA, China, Irland oder Frankreich, um nur ein paar Länder zu nennen. Und wissen Sie was? Made in Germany oder Engineered in Germany genießt, so mein Eindruck, im Ausland nach wie vor einen sehr guten Ruf. Allerdings sollten wir alle mehr dafür tun. Also, statt ständig über die Rahmenbedingungen für Mittelständler in Deutschland zu klagen (ja ich weiß, die sind wirklich nicht besonders), sollten wir Ingenieure und Techniker unsere Energie in die Entwicklung neuer Technologien stecken. Und zwar am besten solche, die dem Kunden wirklich etwas nützen und sich rechnen. Für HAAS jedenfalls geht diese Strategie der konsequent am Kundenbedarf ausgerichteten Entwicklung auf.
German engineering enjoys international acclaim
In our capacity as machine manufacturers exporting considerably more than 50 per cent of our products, I work with international engineers and technicians all the time – in the United States, China, Ireland or France, to name just a few countries. And you know what? I get the impression that ‘Made in Germany’ or ‘Engineered in Germany’ still enjoy a very good reputation abroad. However, I feel that we should all do more to promote them. Instead of constantly grumbling about the conditions facing small- to medium-sized companies in Germany (yes, I know they’re really not particularly good), we engineers and technicians should invest our energy in developing new technologies – preferably those that are of some real use to the consumer and also make economic sense. As far as HAAS is concerned, this strategy of resolute customer-oriented development is paying off.
MWP-Award für Multigrind CB
Unsere Kunden sind mit der Leistung unserer Maschinen sehr zufrieden; und jetzt haben wir auch noch vor ein paar Tagen den britischen MWP-Award 2010 für unsere Multigrind CB bekommen. Der MWP-Award ist für Ingenieure so was wie der „Oscar“ für die Filmbranche oder der „Grammy“ für Musiker. Zusammen mit unserem englischen Partner Chris Boraston von Dorman Machine Tools sind wir stolz auf die Auszeichnung „Best Grinding & Finishing Machine“ und, wir wollten es kaum glauben, auf den Gesamtsieg in allen Kategorien, den „Grand Prix“. Also, da sage noch einer, Engineered in Germany verliert an Bedeutung. Oder sollte man ab jetzt lieber sagen „Engineered in Trossingen“?.
MWP Award for Multigrind CB
Our customers are highly satisfied with the performance of our machines; what’s more, just a few days ago we even won the British MWP Award 2010 for our Multigrind CB. In the world of engineering, the MWP Award is something like an ‘Oscar’ for the film industry or a ‘Grammy’ for musicians. In conjunction with our English partner Chris Boraston of Dorman Machine Tools, we are proud of the accolade ‘Best grinding and finishing machine’ and, although we can hardly believe it ourselves, of being voted the outright winner across all categories – the ‘Grand Prix’, so to speak. Who says ‘Engineered in Germany’ is losing its appeal? Or perhaps it should now be changed to ‘Engineered in Trossingen’?
And the MWP Grand Prix goes to... Preisverleihung in Birmingham. And the MWP Grand Prix goes to ... the awards ceremony in Birmingham.
Harter Wettbewerb, klare Kriterien
Ganz besonders beeindruckt waren die Mitglieder der MWP-Jury von der Tatsache, dass der Anwender auf einer Multigrind CB Bauteile mit sehr komplexen Geometrien (Turbinenschaufeln aus Titanlegierungen oder Kniegelenksimplantate) vom Rohling bis zum fertigen Bauteil in nur einer Aufspannung schleifen kann. Mit im Wettbewerb um die MWP-Awards waren übrigens Maschinenbauer wie DMG, Vollmer, Blohm, Mori Seiki, Mazak und Okuma, um nur ein paar zu nennen. Ein ganz erlesenes Feld, das unsere CB da auf die Plätze verwiesen hat. In der Jury saßen durch die Bank hochkarätige Experten aus Forschung, Lehre und Industrie. Die Kriterien nach denen die Maschinen bewertet wurden lauteten unter anderem: Innovation, einfache Implementierung, Ersatz alter Technologien, höhere Produktivität, Kostenreduktion, Zuverlässigkeit, Wartungsfreundlichkeit, Nachhaltigkeit, Ressourcenschonung, Genialität und nicht zuletzt wurde verlangt, dass die Maschine neue technologische Standards setzt.
Strong competition, clear criteria
The MWP jury was particularly impressed by the fact that the Multigrind CB can be used to grind components with highly complex geometries (turbine blades made of titanium alloys or knee-joint replacements) from the blank to the finished part in a single operation. Incidentally, other contestants for the MWP Awards included such machine manufacturers as DMG, Vollmer, Blohm, Mori Seiki, Mazak and Okuma, to name just a few. That’s quite an elite line-up that our CB left behind. Across the board, the jury consisted of high-calibre specialists from the fields of research, teaching and industry. The judging of the machines was based on the following criteria: innovation, ease of operation, replacement of old technologies, increased productivity, reduced costs, dependability, low maintenance, sustainability, conservation of resources and technical brilliance, among others. Last but not least, the machine also had to set new technological standards.
Thomas Bader, Ms. Boraston, Zita Bader, Chris Boraston zu vorgerückter Stunde. Thomas Bader, Ms Boraston, Zita Bader, Chris Boraston later on in the evening.
Nix g’sagt isch au g’lobt.
Wir Schwaben haben es ja von Natur aus nicht so mit dem Loben. „Nix g’sagt isch au g’lobt“, sagt man bei uns. Auf gut Hochdeutsch: Nichts gesagt ist auch gelobt. Deshalb freuen wir uns, dass die britische MWP-Jury das Loben für uns übernommen und die Qualität und Leistungsfähigkeit unserer Multigrind CB ausgezeichnet hat.
Wussten Sie eigentlich, dass das Siegel „Made in Germany“ im England des ausgehenden 19. Jahrhunderts als „Warnsiegel“ eingeführt wurde? Damit sollten einheimische englische Produkte vor vermeintlich minderwertigen Nachahmerprodukten aus dem Ausland geschützt werden. Im ersten Weltkrieg sollte diese Kennzeichnung helfen, Produkte des Kriegsgegners zu boykottieren. Ich bin echt froh, dass wir diese Zeiten hinter uns haben. Da messen wir uns doch viel lieber im technologischen Wettbewerb oder beim Fußball. Aber das ist jetzt eine ganz andere Geschichte…
Not saying anything is also a form of praise
We Swabians are not naturally inclined to be too lavish with our praise. There’s a local saying ‘Nix g’sagt isch au g’lobt’, which amounts to ‘Not saying anything is also a form of praise’. So we’re very pleased that the British MWP judges did the praising for us and awarded our Multigrind CB the prize for outstanding quality and performance. By the way, did you know that the ‘Made in Germany’ seal was first introduced in England as a warning at the end of the 19th century? The aim was to protect indigenous British products against supposedly inferior replicas from abroad. During World War I, this classification was intended to help boycott any items manufactured by the enemy. I’m really glad that these days are over. It’s far better to compete against each other in the field of technology or on the football pitch. But that’s a different story altogether …
Bis zum nächsten Mal. Ihr So long, till next time. Yours sincerely
Thomas Bader
P.S. Auf Youtube habe ich einen witzigen Werbefilm gefunden, der mit dem Image von uns deutschen Ingenieuren spielt. PS I found an amusing promotional clip on YouTube that parodies the image of us German engineers.
Schleifen eines großen Abwälzfräsers auf einer Multigrind CB.
Konkurrenz belebt ja das Geschäft, sagt man so. Deshalb freue ich mich als Ingenieur immer, wenn ich in einer Fachzeitschrift was Neues von den Kollegen beim Wettbewerb lese. Neulich zum Beispiel wurde in der „fertigung“ eine Schleifmaschine für große Dimensionen angekündigt. Abwälzfräser sollen später darauf hergestellt werden. Klingt interessant, dachte ich mir, war aber nach der Lektüre eher enttäuscht. Nix Halbes und nix Ganzes, wie wir Schwaben sagen.
Fix und fertig und komplett
Auf der ersten an den Kunden ausgelieferten Multigrind CB werden tatsächlich Abwälzfräser bearbeitet. Das sind ziemlich beeindruckende Fräswerkzeuge, bis zu 600 kg schwer und 600 mm lang und haben einen Durchmesser von max. 500 mm. I.P. Huse stellt auf der norwegischen Insel Herøy mit solchen Fräswerkzeugen u.a. Zahnräder zum Antrieb großer (wirklich großer!) Winden für Fracht- und Containerschiffe und Bohrplattformen her.
Voller Einsatz für Mann und Winden. Quelle: www.maersk.com
Auf den Trommeln, die schon mal 8 Meter im Durchmesser haben können, werden Ankerketten, Schiffstrosse oder Kabel aufgerollt. Die Bearbeitungsspezialisten von I.P. Huse haben sich für HAAS entschieden, weil wir der einzige Schleifmaschinenhersteller sind, auf dessen Maschinen sehr große Verzahnungswerkzeuge in einer einzigen Aufspannung bearbeiten werden können, auch komplett. Ermöglicht wird dies z. B. durch eine gekreuzte Doppelspindelanordnung, 360° Schwenkwinkel in der A-Achse und 320° Schwenkwinkel der Schleifscheibe in der C-Achse.
Die Hysterese und das Muggaseggele
Damit nun die Zahnräder in den großen Winden optimal auch unter Schwerstlast laufen, müssen sie äußerst präzise gearbeitet sein, und dazu braucht’s, wer hätte es gedacht, äußerst präzise Abwälzfräswerkzeuge. Werkzeuggenauigkeiten von 2 bis 3 µm müssen sein. Um diese Genauigkeit während des kompletten Schleifprozesses sicherzustellen, haben wir der CB ein intelligentes, integriertes 3D-Messsystem verpasst.
Messen in der Multigrind® CB
HAAS-Mitarbeiter nehmen's ganz genau.
Den Mathematikspezialisten in unserer Softwareabteilung ist es dabei gelungen, die sog. Hysterese mathematisch zu kalibrieren. Unter einer Hysterese versteht man das Fortdauern einer Wirkung nach dem Wegfall ihrer Ursache; also, wenn der Taster weiter ausgelenkt wird, als er eigentlich sollte, was sich im nächsten Schliff dann negativ auswirkt. Aber wie gesagt, damit ist jetzt Schluss: die integrierte Messeinheit in unserer CB führt zu Wiederholgenauigkeiten von weniger als 1 µm (und das ist weniger als ein Muggaseggele!) und spart außerdem zeitaufwändiges Ab- und Aufspannen. Da freut sich doch der Schwabe in uns allen, oder?
Ihr Thomas Bader
P.S. Jetzt hab ich noch was Nettes für alle Seefahrer: Die Fräsbearbeitung eines großen Zahnrades bei I.P. Huse dauert bis zu 8 Tagen. Die Fahrt mit dem Schiff durch den Panamakanal rund 8 Stunden – oder im Zeitraffer knapp 2 Minuten.
Zeitraffer-Schiffsreise durch den Panamakanal. Linktipp: www.mare.de
Mal ganz ehrlich, können Sie es noch hören, dieses Gerede von der Krise als Chance? Diese vorgestanzten Power-Point-Sätze, dass man während der Krise seine Hausaufgaben in Sachen Produkt-Innnovation gemacht habe und jetzt den Markt mit bahnbrechenden Neuentwicklungen überrollen werde? Seit Monaten müssen wir uns das jetzt anhören, von der Frittenbude um die Ecke genauso wie vom Global Player aus Bielefeld.
Entscheidend is’ auf’m Platz oder Zeit für eine Zwischenbilanz
Sie wissen ja, wir Menschen aus dem Ruhrgebiet haben’s nicht so mit Blabla. „Grau ist alle Theorie – wichtig is auffem Platz“, hat Adi Preißler mal gesagt, und der ist bis heute mit 168 Toren Rekordtorschütze vom BVB.
Ein Blick in die HAAS-Fertigung.
Als Schleifmaschinen-Hersteller und faire Sportsleute freuen wir uns natürlich immer, wenn Wettbewerber, vor denen wir mal richtig Respekt hatten, die Entwicklung in der Branche vorantreiben wollen. Da profitieren schließlich alle davon – wenn was Neues dabei rauskommt.
Wir finden es allerdings ziemlich amüsant, wenn ein paar Hersteller von Schleif- oder Fräsmaschinen jetzt so tun, als ob sie die Herstellung von Kniegelenks-Implantaten wenn nicht gerade erfunden, doch zumindest perfektioniert hätten. Das ist großer „Kappes“, wie man im Pott sagt, auf Hochdeutsch: Quatsch. Für mich klingt das ungefähr so, wie wenn einer, der grad so ein Spiegelei hinkriegt, dem Vincent Klink in seiner Wielandshöhe mal zeigen will, wie man richtig kocht. Also wirklich…
1 Million Knie-Endoprothesen pro Jahr oder Erfahrung macht Qualität
„Jedes Werkzeug muss durch die Erfahrung gemacht werden”, hat der da Vinci mal gesagt. Wir bei HAAS in Trossingen verfügen über rund 10 Jahre Erfahrung beim Schleifen von künstlichen Kniegelenken. Auf unseren Multigrind CB werden pro Jahr weltweit mehr als 1 Million Knie-Endoprothesen herstellt. Das ist ne Menge und hat seinen Grund.
Wir waren zwar nicht von Anfang an dabei (die ersten modernen Gelenkflächenimplantate wurden Anfang der siebziger Jahre entwickelt), aber unsere Ingenieure wissen, wovon sie sprechen; und sie wissen auch, welche Verantwortung auf unseren Kunden, die Knie- oder Hüftgelenksimplantate herstellen, ruht. Das Kniegelenk ist nämlich nicht nur das größte Gelenk bei uns Menschen, sondern auch eine äußerst komplizierte Angelegenheit.
Wo HAAS-Know-how drin steckt, ist Flexibilität Programm.
Kein Wunder, das die Implantation eines künstlichen Kniegelenks zu den anspruchsvollsten Operationen zählt und die Herstellung der entsprechenden Implantate eine echte Königsdisziplin für uns Schleifmaschinenhersteller ist. Ob ein Patient, wie etwa die amerikanische Schauspielerin und Aerobic-Ikone Jane Fonda (unterhaltend ihr Blogeintrag dazu) nach Ihrer Knieoperation im letzten Jahr, wieder schmerzfrei aktiv sein kann, hängt nicht zuletzt von der Güte des Implantats ab. Kompromisse und mangelnde Erfahrung in der Herstellung können da ziemlich schmerzhaft und teuer sein. Wer will das riskieren?
Kontinuierlich abrichten oder technische Sprünge statt großer Sprüche
Wie ein technischer Entwicklungssprung bei der Herstellung von Knieimplantaten aussieht, das zeigen wir Ihnen in ein paar Wochen live auf der GrindTec in Augsburg und natürlich jederzeit bei uns in Trossingen.
Das „Kontinuierliche Abrichten“ (Continious Dressing) ist z. B. so ein technischer Sprung. Damit lassen sich erstmalig auf einer mehrachsigen Schleifmaschine vom (Multigrind CB) die Schleifscheiben während des Schleifprozesses abrichten. So ist die maximale Maßhaltigkeit und Oberflächengüte des Implantats sichergestellt. Und genau so was verstehe ich unter einer echten Innovation; mehr dazu steht hier.
Wie gesagt, wichtig is’ auf’m Platz. Oder was meinen Sie?
Schleifen einer Turbinenschaufel in einer Aufspannung
276 Kilonewton (kN) Schub erzeugt jedes der vier Triebwerke eines Jumbos beim Start, dabei werden in jeder Turbinenbrennkammer ca. 3 Liter Kerosin pro Sekunde verbrannt. Ist die Reisegeschwindigkeit von ca. 950 km/h erreicht, braucht der Jumbo „nur“ noch 30 % des Maximalschubs aller Triebwerke, also rund 250 kN insgesamt; das sind so um die 90.000 PS (zum Vergleich: ein ICE bringt je nach Ausführung rund 12.000 PS auf die Schiene). Es ist klar, dass die Turbinenschaufeln (im Einlauf, im Verdichter oder in der Brennkammer einer Flugzeugturbine) höchsten Belastungen ausgesetzt sind. Extreme Drehzahlen, extreme Temperaturen, hohe Zentrifugalkräfte und permanenter „Beschuss“ durch Staubpartikel in der angesaugten Luft. Als Werkstoffe kommen deshalb nur hochfeste und hitzebeständige Materialien (z. B. Inconel, Nimonic oder Titan) zum Einsatz. Und diese High-Tech-Werkstoffe zeigen sich bei der fräsenden Bearbeitung als wahre „Fräserkiller“. Deshalb setzen mehr und mehr Anwender auf die Schleifbearbeitung bei der Herstellung und Instandsetzung der teuren Turbinenschaufeln. Wir haben für die HAAS Multigrind CB® einen Schleifprozess entwickelt, bei dem sämtliche Geometrien einer Turbinenschaufel in einer einzigen Aufspannung bearbeitet werden können. Dieser Schleifprozess senkt die Werkzeugkosten, bietet sichere Prozesse und garantiert maßhaltige Qualität im Mikrometerbereich. Wenn Sie mehr über diesen Prozess wissen wollen, freue ich mich auf Ihren Kommentar oder Ihre Fragen.
Ihr Thomas Bader
Da geht’s richtig zur Sache: Boeing 747 beim Start
Neulich auf dem Rückflug von einem Kundentermin bin ich im Lufthansa-Bordmagazin auf einen interessanten Artikel über den Designer Peter Schmidt aus Hamburg gestoßen. Peter Schmidt scheint ein ziemlich bekannter und selbstbewusster Mann zu sein, den ich zwar bisher nicht kannte, der aber z. B. für Jil Sander das Firmenlogo und Parfumflakons (einer davon steht heute in New York im Museum for Modern Art) entworfen hat, oder auf dessen Kappe das prägnante Erscheinungsbild von BOSS geht. Dieser Peter Schmidt verlangt in diesem Artikel einen „Obama der guten Gestaltung“, denn er meint, dass es zu viel schlechtes Design auf der Welt gibt. Design, so sagt er, leide an den Zugeständnissen an den Massengeschmack. Da ist was dran, finde ich.
Mal ganz ehrlich: wenn Ihnen heute auf der A 81 zehn verschiedene Mittelklasse-Marken entgegenfahren, sehen doch alle irgendwie ähnlich aus. Was nicht heißen soll, dass es sie gar nicht gibt, Produkte, die unverwechselbar sind, die Charakter haben, die technisch Spitze sind, und die deswegen jeder (ob für die Arbeit oder im privaten Umfeld) haben will.
Die meisten Heim- und Handwerker zum Beispiel denken bei Bohrmaschine an HILTI. Warum? Weil man bei einer HILTI Qualität und Leistung mit allen Sinnen wahrnehmen kann. Man sieht es am unverwechselbaren Design, man hört es am Klang des Motors, man fühlt es, wenn man die Maschine in die Hand nimmt, und man erkennt es am Arbeitsergebnis. Dabei gehe es bei HILTI nicht um hippes, schickes Design, sagt der deutsche Chef-Designer Stephan Niehaus im Magazin brand eins, sondern darum, über das Design die Werte des Produkts mit zu transportieren.
Apple ist auch so ein Fall. Kennen Sie auch: iPhone, iPod, iMac und so. Noch vor wenigen Jahren haben bei Handy alle an Nokia gedacht, heute gilt das iPhone von Apple als Nonplusultra in Sachen Design UND Funktionalität und zwar auch bei Leuten, die nie mit einem Apple Computer gearbeitet haben. Die Süddeutsche hat neulich geschrieben, dass Apple so gut verdient, weil die Produkte ankommen. Und warum kommen die Produkte an? Weil die Produkte was taugen UND gut aussehen.
Und jetzt zu unseren HAAS-Schleifmaschinen. Erinnern Sie sich noch, wie Maschinen, egal ob Schleif-, Fräs- oder Drehmaschinen, früher ausgesehen haben? In der Regel waren sie grün oder blau und sahen halt so aus, wie Maschinen auszusehen hatten. Hauptsache, sie waren technisch perfekt. Mehr wollten der Kunde oder der Mann an der Maschine nicht, mehr wollten aber auch die Maschinenbauer nicht. HAAS war da bestimmt keine Ausnahme. Inzwischen hat sich da aber enorm viel getan. Eine Maschine muss heute nicht nur technisch auf der Höhe der Zeit sein und exzellente Schleifresultate liefern, sie muss selbstverständlich auch allen Anforderungen an einen ergonomisch gestalteten Arbeitsplatz entsprechen. Und sie muss, davon bin ich überzeugt, auch im Produktdesign Maßstäbe setzen.
Mit unserer Multigrind CB haben wir gezeigt, dass das geht. Das innovative Design der CB, für das wir ja auch einen Designpreis bekommen haben, visualisiert die technische und ergonomische Qualität dieser Schleifmaschine. Der Wert und die technischen Innovationen, die in einer CB stecken, werden auch durch das Design sichtbar. Bei Kundengesprächen hören wir das übrigens immer wieder. Damit trägt das Design, das Aussehen einer HAAS-Schleifmaschine zum Erfolg der Maschine selbst und natürlich auch zum Aufbau der Marke HAAS bei. Genauso wie unser Logo oder unsere helle, moderne Fertigungshalle, in der sich jeder Besucher sofort wohl fühlt.
Wir bei HAAS setzen alles daran, dass jede neue Multigrind-Schleifmaschine nicht nur in Sachen Schleiftechnologie und Ergonomie Maßstäbe setzt, sondern unsere Kunden und die Anwender an der Maschine auch durch eine unverwechselbare Linienführung überzeugt. Wie sagte der Gestalter Kurt Weidemann zum Thema Design mal so treffend: „Ein Entwurf ist nicht schon gut, wenn er fertig ist. Er ist fertig, wenn er gut ist.“
Und jetzt interessiert mich Ihre Meinung: Legen Sie Wert auf das Design einer Maschine? Oder ist es Ihnen völlig wurscht, wie eine Maschine aussieht? Schreiben Sie’s mir als Kommentar zu diesem Artikel.
Ihr Dirk Wember
P. S.: Zum Thema Design lohnt sich auch mal ein Ausflug ins Vitra-Design-Museum in Weil am Rhein.
HAAS-Schleifmaschine früher und heute
Technisch und optisch ein Meisterstück: Multigrind CB
Ich halte Neugier und Offenheit für elementare Eigenschaften, im Privaten wie im Beruf. Der Ingenieur, so heißt es, ist ja schon von Geburt an neugierig, und eigentlich ständig auf der Suche nach einer besseren Lösung für eine technische Aufgabe – nicht immer zur Freude der Ehepartner übrigens. Im aktuellen Anzeigenmotiv für unser Schleif-Flagschiff, die CB, steht das Foto des Hubble-Teleskops (benannt nach dem Astronomen Edwin Hubble) für diese Neugier, die uns im Alltag den richtigen Vorschub gibt. Klar also, dass wir zu „unserem“ Hubble eine ganz besondere Beziehung haben. Und deswegen haben wir auch die Hubble-Reparatur-Mission der NASA vor ein paar Wochen interessiert verfolgt. Es scheint alles geklappt zu haben. Hubble wird, so die NASA, mindestens bis 2014 spektakuläre Bilder auf die Erde funken und unsere Neugier auf das, was da draußen ist, befeuern. Hier unten auf der Erde, genauer in Trossingen bei HAAS, arbeiten wir während dessen mit Hochdruck an neuen Schleiflösungen und Softwareentwicklungen, die unseren Kunden die Arbeit noch leichter machen werden. Ein Beispiel dafür der Schleifprozess zur Komplettbearbeitung von Turbinenschaufelblättern – übrigens nur eine von zahlreichen Innovationen an denen wir dran sind. Also: immer neugierig bleiben!
Ihr Dirk Wember
Spektakuläre Reparaturarbeiten am Hubble-Teleskop
Ergänzung 16.7.2009
Kennen Sie das Gefühl, wenn einem beim Schrauben oder Hämmern auf einer fünf Meter hohen Leiter das Werkzeug runterfällt, am besten noch in einen Wassereimer oder so? So was passiert auch Profis im All. Schauen Sie mal auf dem Video, wie sich die Werkzeugtasche ins Outerspace verabschiedet.
Eine Werkzeugtasche auf ihrem Weg durch Raum und Zeit
Vor etwas mehr als einem Jahr haben wir für unser Flaggschiff, die Multigrind® CB, den begehrten Red Dot Design Award für vorbildliches Industriedesign erhalten. Worüber sich alle hier in der Firma mächtig gefreut haben. Haben wir doch gezeigt, dass die Kombination Leistungsfähigkeit und Ästhetik nicht nur von den Autodesignern von Pininfarina geschätzt wird, sondern eben auch von schwäbischen Maschinenbauern in Trossingen; von den Kunden, die schon eine Multigrind® CB in Ihrer Fertigung stehen haben, übrigens auch. Selbstverständlich freuen sich unsere Anwender, die z. B. auf einer CB hochkomplexe Knieimplantate schleifen, am meisten über die überzeugenden Schleifdaten und solche technischen Finessen wie etwa ein Schleifscheibenwechsler, der bis zu 17 Schleifscheiben aufnimmt und einen Wechsel in max. 12 Sekunden durchzieht. Aber, und das hören wir immer wieder, unsere CB macht sich auch optisch eben gut in einer Fertigungshalle. Und mal ehrlich, wir arbeiten doch alle lieber mit ansprechenden Werkzeugen, vorausgesetzt die Leistung stimmt. Apropos, wussten Sie eigentlich, dass schönere Menschen nicht selten auch mehr verdienen? Nein? Ich auch nicht, aber darüber wundert sich jedenfalls Hermann Unterstöger in einem interessanten Artikel in der Süddeutschen vom 22.6.2009. Zusammengefasst lässt sich sagen, dass schöne Menschen durch ihr ansprechendes Äußeres potentiell mehr Selbstwertgefühl entwickeln können. Dies hat zur Folge, dass ihnen, so eine Studie des Journal of Applied Psychology, die Arbeit weniger Mühe macht; und als Folge der guten Arbeitsleistung gibt’s dann eben ab und an eine angenehme Gehaltserhöhung. So weit so gut. Auf jeden Fall steht ein äußeres schönes Design einem exzellenten Schleifresultat nicht entgegen, vorausgesetzt es handelt sich um eine Multigrind® CB. Und das erfahren unsere Kunden nicht aus Studien, sondern erleben es immer dann, wenn Sie mit ihrer CB schleifen. Wie wichtig ist Ihnen das Design einer Schleifmaschine?