Krise als Chance oder wie man Knieimplantate übers Knie bricht
Mal ganz ehrlich, können Sie es noch hören, dieses Gerede von der Krise als Chance? Diese vorgestanzten Power-Point-Sätze, dass man während der Krise seine Hausaufgaben in Sachen Produkt-Innnovation gemacht habe und jetzt den Markt mit bahnbrechenden Neuentwicklungen überrollen werde? Seit Monaten müssen wir uns das jetzt anhören, von der Frittenbude um die Ecke genauso wie vom Global Player aus Bielefeld.
Entscheidend is’ auf’m Platz oder Zeit für eine Zwischenbilanz
Sie wissen ja, wir Menschen aus dem Ruhrgebiet haben’s nicht so mit Blabla. „Grau ist alle Theorie – wichtig is auffem Platz“, hat Adi Preißler mal gesagt, und der ist bis heute mit 168 Toren Rekordtorschütze vom BVB.
Als Schleifmaschinen-Hersteller und faire Sportsleute freuen wir uns natürlich immer, wenn Wettbewerber, vor denen wir mal richtig Respekt hatten, die Entwicklung in der Branche vorantreiben wollen. Da profitieren schließlich alle davon – wenn was Neues dabei rauskommt.
Wir finden es allerdings ziemlich amüsant, wenn ein paar Hersteller von Schleif- oder Fräsmaschinen jetzt so tun, als ob sie die Herstellung von Kniegelenks-Implantaten wenn nicht gerade erfunden, doch zumindest perfektioniert hätten. Das ist großer „Kappes“, wie man im Pott sagt, auf Hochdeutsch: Quatsch. Für mich klingt das ungefähr so, wie wenn einer, der grad so ein Spiegelei hinkriegt, dem Vincent Klink in seiner Wielandshöhe mal zeigen will, wie man richtig kocht. Also wirklich…
1 Million Knie-Endoprothesen pro Jahr oder Erfahrung macht Qualität
„Jedes Werkzeug muss durch die Erfahrung gemacht werden”, hat der da Vinci mal gesagt. Wir bei HAAS in Trossingen verfügen über rund 10 Jahre Erfahrung beim Schleifen von künstlichen Kniegelenken. Auf unseren Multigrind CB werden pro Jahr weltweit mehr als 1 Million Knie-Endoprothesen herstellt. Das ist ne Menge und hat seinen Grund.
Wir waren zwar nicht von Anfang an dabei (die ersten modernen Gelenkflächenimplantate wurden Anfang der siebziger Jahre entwickelt), aber unsere Ingenieure wissen, wovon sie sprechen; und sie wissen auch, welche Verantwortung auf unseren Kunden, die Knie- oder Hüftgelenksimplantate herstellen, ruht. Das Kniegelenk ist nämlich nicht nur das größte Gelenk bei uns Menschen, sondern auch eine äußerst komplizierte Angelegenheit.
Kein Wunder, das die Implantation eines künstlichen Kniegelenks zu den anspruchsvollsten Operationen zählt und die Herstellung der entsprechenden Implantate eine echte Königsdisziplin für uns Schleifmaschinenhersteller ist. Ob ein Patient, wie etwa die amerikanische Schauspielerin und Aerobic-Ikone Jane Fonda (unterhaltend ihr Blogeintrag dazu) nach Ihrer Knieoperation im letzten Jahr, wieder schmerzfrei aktiv sein kann, hängt nicht zuletzt von der Güte des Implantats ab. Kompromisse und mangelnde Erfahrung in der Herstellung können da ziemlich schmerzhaft und teuer sein. Wer will das riskieren?
Kontinuierlich abrichten oder technische Sprünge statt großer Sprüche
Wie ein technischer Entwicklungssprung bei der Herstellung von Knieimplantaten aussieht, das zeigen wir Ihnen in ein paar Wochen live auf der GrindTec in Augsburg und natürlich jederzeit bei uns in Trossingen.
Das „Kontinuierliche Abrichten“ (Continious Dressing) ist z. B. so ein technischer Sprung. Damit lassen sich erstmalig auf einer mehrachsigen Schleifmaschine vom (Multigrind CB) die Schleifscheiben während des Schleifprozesses abrichten. So ist die maximale Maßhaltigkeit und Oberflächengüte des Implantats sichergestellt. Und genau so was verstehe ich unter einer echten Innovation; mehr dazu steht hier.
Wie gesagt, wichtig is’ auf’m Platz. Oder was meinen Sie?
Ihr Dirk Wember
Hinterlasse einen Kommentar 1. Februar 2010


