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Horst Bader, begeisterter Schleifmaschinenbauer
und GrindTec-Pionier der ersten Stunde

Begeisterter Ingenieur: Horst Bader (1940-2015) erläutert anschaulich die Haas-Firmengeschichte.

Begeisterter Ingenieur: Horst Bader (1940-2015) erläutert anschaulich die Haas-Firmengeschichte.

Von Anfang an dabei
In diesem Jahr feiert die Grindtec, die weltweite Leitmesse für die Schleif­techno­logie, ihr 10. Jubiläum. Angefangen hat alles als Spezialmesse für Schleiftechnik im Jahr 1998. Auf gerade mal 4.500 qm Fläche verloren sich damals um die 120 Aussteller. Heute belegen 560 Aussteller rund 40.000 qm Fläche.

Die Haas Schleifmaschinen GmbH ist seit der Premiere 1998 dabei und zählt zu den Pionieren dieser Messe. Horst Bader, unser ehemaliger Geschäftsführer und Inhaber, der leider letztes Jahr viel zu früh verstorben ist, hat das Potential dieser Fachmesse von Beginn an erkannt.

Begeisterter Ingenieur
Aus diesem Anlass veröffentlichen wir im Schleifblog ein Interview, das wir mit Horst Bader im vergangenen Jahr geführt haben. Der begeisterte Diplom-Ingenieur und Schleifmaschinenbauer hat von 1982 bis zum Jahr 2000 die Geschicke der Haas Schleif­maschinen GmbH erfolgreich geleitet. Knapp 500 Schleifmaschinen wurden unter seiner Leitung in Trossingen gebaut: darunter 1984 die erste CNC 2-Achsen-Werkzeugschleifmaschine, im Jahr 1989 dann die erste CNC-Schleifmaschine mit 5 Achsen vom Typ HB 3045-5, und 1998 wurde die erfolgreiche Schleifmaschinenreihe Multigrind® HT ins Leben gerufen.

Firmengründer Adelbert Haas (1900 – 1982)

Firmengründer Adelbert Haas (1900 – 1982)

Schleifblog: Herr Bader, Sie haben Adelbert Haas noch persönlich gekannt und können uns bestimmt einiges aus erster Hand über die Anfänge von Haas erzählen.
Horst Bader: Adelbert Haas hat seinen Handwerksbetrieb in der Neckarstraße in Schwenningen im Jahr 1934 eröffnet, da war er selbst 34 Jahre alt. Die Firma hieß damals noch Haas & Jauch Werkzeugbau. Ab 1937 oder 1938 war Haas alleiniger Inhaber. Adelbert Haas war Mechaniker und hatte eine Elektroausbildung und immer hohe technische Ansprüche. Zu Beginn hat er sogar noch selbst Motoren für seine Maschinen, darunter auch Drehbänke, gebaut, weil er mit den gelieferten Elektromotoren nicht zufrieden war. Die Fertigungstiefe war von Anfang an beachtlich, wie er mir erzählt hat.

Schleifblog: Wann hat Haas dann die erste Schleifmaschine vorgestellt?
Horst Bader: Wenn ich mich richtig erinnere, hat Adelbert Haas schon 1938 auf der Industriemesse in Leipzig seine erste Schleifmaschine präsentiert. Haas hat bis nach dem 2. Weltkrieg zwei Schleifmaschinen-Typen gebaut, die Werkzeugschleifmaschine HS 1 und die Flächenschleifmaschine FL 325.

Flächenschleifmaschine FL 325 von Haas.

Flächenschleifmaschine FL 325 von Haas.

Im Grundau­fbau war das dieselbe Maschine, nur dass die Flächen­schleifmaschine einen starren Spindelkopf hatte und die Werkzeug­schleifmaschine mit einem schwenkbaren Kopf ausgestattet war. Zu dieser Zeit war übrigens nicht Baden-Württemberg das Zentrum des deutschen Maschinenbaus, sondern die Region Thüringen und Sachsen. Die Industriemesse Leipzig war die einzige Maschinenbaumesse in Europa und hatte eine enorme Bedeutung.

Schleifblog: Wer waren denn die ersten Kunden, die mit Schleifmaschinen von Haas gearbeitet haben?
Horst Bader: Haas hat meines Wissens schon vor und dann auch während des 2. Weltkriegs die Firma Nägele Feinwerkbau in Stuttgart mit Schleifmaschinen beliefert. Dr. Nägele baute damals Maschinen und Anlagen zur Herstellung von Reißverschlüssen für Bekleidung. Die Werkzeuge in diesen Maschinen zum Umkrempen, Stauchen und Bördeln mussten regelmäßig nachgeschliffen werden. Und das hat man auf der kleinen Haas-Schleifmaschine gemacht. Wenn die Firma Dr. Nägele eine neue Anlage zur Reißverschlussherstellung ausgeliefert hat, ging da immer auch eine Schleifmaschine von Haas mit.

Schleifblog: Wie viele Menschen haben damals bei Haas gearbeitet?
Horst Bader: Es waren um die 120 Mitarbeiter, die Haas bis 1945 beschäftigt hat. Der Firmensitz befand sich damals in unmittelbarer Nähe des Schwenninger Bahnhofs und wurde wohl aus diesem Grund im letzten Kriegsjahr von einer Fliegerbombe komplett zerstört. Anlagen, Maschinen, da blieb nichts mehr ganz, was man hätte für den Wiederaufbau verwenden können.

Schleifblog: Das hat Adelbert Haas aber nicht davon abgehalten, nach dem Krieg mit vollem Einsatz wieder bei Null wieder anzufangen.
Horst Bader: Das ist richtig. Haas hat ein, zwei Jahre nach Kriegsende begonnen, das Unternehmen wieder aufzubauen. In den Betriebsräumen einer Schreinerei, die sich in der Nachbarschaft der alten Standorts befand. Zu dem Zeitpunkt war er 46 oder 47 Jahre alt. Er hatte keine Maschine mehr, keine Werkzeuge, aber einen starken Willen. Er bekam auch keinerlei Unterstützung, das Einzige, worauf er bauen konnte, waren ein paar Geschäftskontakte von früher.

Schleifblog: Und die erste Maschine, die er nach dem Krieg ausgeliefert hat…
Horst Bader: … war eine Flächenschleifmaschine, und die ging nach Schweden, an eine Firma, die Reißverschlüsse herstellte. Ich gehe davon aus, dass Haas, wie vor dem Krieg, Maschinen an die Firma Nägele geliefert hat. Nach dem Krieg wurde bis Ende der 50er Jahre bei Haas eine Werkzeugschleifmaschine gebaut, die intern scherzhaft „Blechschüsselmaschine“ genannt wurde.

Patrick Hand und Aline Sprehar, Azubis bei Haas, mit der von ihnen restaurierten HS 1 „Blechschüsselmaschine“

Patrick Hand und Aline Sprehar, Azubis bei Haas, mit der von ihnen restaurierten HS 1 „Blechschüsselmaschine“

Schleifblog: Warum Blechschüsselmaschine?
Horst Bader: Nach dem Krieg herrschte großer Mangel an hochwertigem Material, Stahl, Eisen, solche Dinge eben. Daher hatte diese Maschine zur Aufnahme des Schleifstaubs und der Schleifemulsion eine Konstruktion aus Blech, eine „Blech­schüssel“, wie man in Schwaben halt sagt. Unterhalb der Blechschüssel war, aufgrund der Eisenmangels, ein Holzgestell als Maschinenständer angebracht.

Schleifblog: Wie lange wurde die HS 1 so gebaut?
Horst Bader: Ende der 40er Jahre war die Schleifspindel noch relativ klein, gerade mal 60 mm im Durchmesser. Der Konus für die Schleifscheibenaufnahmen hatte 15 mm Durchmesser. Ende der 50er, Anfang der 60er Jahre bekam die Maschine dann einen grundsoliden Maschinenständer aus Guss, und die Schleifspindel wurde auf 90 mm Durchmesser verstärkt. Das war eine sehr stabile, genaue und zuverlässige Maschine, die wir bei Haas rund 40 Jahre lang gebaut haben.

Schleifblog: Ein echtes Erfolgsmodell, wie der VW-Käfer, oder?
Horst Bader: Das stimmt. Und Haas hat die HS 1 ständig verbessert und das Zubehör erweitert. So wurde durch den Wechsel von einer Kugelumlaufführung zu einer Kugelstabführung Ende der 70er Jahre die Tischführung nochmals deutlich stabiler. Nun konnte man noch genauer damit schleifen. Die präzise Tischführung und die schon immer sehr guten Schleifspindeln haben Haas zahlreiche namhafte Kunden gebracht. Bei Märklin in Göppingen oder bei Groz-Beckert in Albstadt waren jeweils mehr als 20 Schleifmaschinen im Einsatz.

Schleifblog: 1982 sind Sie dann bei Haas eingestiegen. Was haben Sie vorher gemacht?
Horst Bader: Ich war bis 1982 als Diplom-Ingenieur im Zerspanungs-Maschinenbau tätig, hatte aber schon geschäftlich Kontakte zu Haas. Als ich die Firma von Adelbert Haas übernahm, war er 82 Jahre alt und beschäftigte noch sechs Mitarbeiter. In den Jahrzehnten davor hatte das Unternehmen zum Teil mehr als 50 Arbeiter. Adelbert Haas hat dann aber altershalber zurückgesteckt und schließlich verkauft.

Schleifblog: Und konnte er sein Rentnerdasein genießen?
Horst Bader: Weit gefehlt! Haas kam nach meiner Übernahme noch jeden Tag in die Firma und hat mir beim Einstieg sehr geholfen. In meinem ersten Jahr haben wir rund 40 Maschinen gebaut. Jeweils zur Hälfte Flächenschleifmaschinen und Werkzeugschleifmaschinen.

Schleifblog: Flächenschleifmaschinen baut Haas heute nicht mehr. Wozu wurde Sie damals eingesetzt?
Horst Bader: Ein gutes Beispiel ist hier Märklin. Die hatten über 20 Flächenschleifmaschinen von uns und haben damit kleine Spritzgusswerkzeuge hergestellt und auch Blechbiegewerkzeuge, die sie dann für den Bau ihrer Lokomotiven gebraucht haben. Groz-Beckert in Albstadt hat auf unseren Maschinen Spritzgusswerkzeuge für die Nadelfertigung geschliffen.

Gute Produkt, klare Gestaltung. Prospekt für die HS 1.

Gutes Produkt, klare Gestaltung. Prospekt für die HS 1.

Schleifblog: Und wer hat mit Werkzeugschleifmaschinen von Haas gearbeitet?
Horst Bader: Das waren meist Hersteller von Präzisionswerkzeugen für die Zerspanung. Zum Beispiel Prototyp, die heute zur Walter AG bzw. zur Sandvik-Gruppe gehören, oder auch Komet oder Gühring. Und dann natürlich sehr viele Werkzeugschleifer hier in der Region, die Zerspanungswerkzeuge für die Automobil­industrie oder den Werkzeug- und Formenbau nachgeschliffen haben: Reibahlen, Fräser, Gewindebohrer, solche Werkzeuge. Für die Gewindebohrer hatte die HS 1 schon eine spezielle Hinterschleifeinrichtung.

Schleifblog: Wann hat die CNC-Technik bei Haas Einzug gehalten?
Horst Bader: Mit der Entwicklung der ersten CNC-Schleifmaschine habe ich schon zwei oder drei Jahre nach meinem Einstieg begonnen. Mir war klar, dass unsere Werkzeugschleifmaschine HS 1 zwar noch gut, aber technisch nicht mehr auf der Höhe der Zeit war. Ohne CNC-Maschine hätte es die Firma Haas mit Sicherheit nicht mehr lange gegeben. Es war also höchste Zeit für eine CNC-Schleifmaschine (lacht). Die erste 2-Achsen-CNC-Maschine mit Schrittmotor und Steuerung haben wir 1987 auf der EMO in Hannover vorgestellt.

Schleifblog: 1990 haben Sie sich zum Umzug der Firma nach Trossingen entschieden. Warum?
Horst Bader: In Schwenningen waren wir nur zur Miete und kamen Ende der 80er Jahre in arge Platzprobleme. Phasenweise hatten wir kaum noch Stellfläche für die Montage unserer Maschinen. Eine der letzten Schleifmaschinen, die wir in Schwenningen gebaut haben, ging übrigens an Allweiler Pumpen. Diese Maschine lief dort über 20 Jahre anstandslos in der Pumpenspindelwellen-Produktion. Damit wir diese große Maschine aus der Halle bekamen, mussten wir alle anderen Maschinen hin und her bewegen. Ein Riesenaufwand. Der Umzug war notwendig.

Mehr als 400 Mal verkauft, die Haas Multigrind® HT. Mit alten Haas-Logo!

Mehr als 400 Mal verkauft, die Haas Multigrind® HT. Mit altem Haas-Logo!

Schleifblog: Wann hat Haas die Multigrind® Serie auf den Markt gebracht?
Horst Bader: Nachdem wir eine Zeit lang 3- und 4-Achsen-Maschinen auf der Basis der HS 1 gebaut hatten, brachten wir 1989 die erste 5-Achsen-Maschine mit CNC-Steuerung heraus. Davor gab es die HB 1035 mit 2 Achsen, die HB 2035 mit 4 Achsen und Siemens-Steuerung und schließlich die HB 3045 mit bis zu 6 Achsen. Auf dieser Basis entstand dann die Multigrind® HT, die wir mehr als 400 Mal verkauft haben. Für uns auch ein Erfolgsmodell.

Schleifblog: Wann haben Sie bei Haas mit dem Aufbau einer Software-Abteilung begonnen?
Horst Bader: Das war auch um das Jahr 1990. Damals haben wir die Programme für den Schleifprozess noch am PC erstellt und dann in die Siemens-Steuerung eingelesen. Das waren die ersten Schritte hin zur softwaregesteuerten Komplettbearbeitung von Werkzeugen auf unseren Schleifmaschinen.

Schleifblog: Welche Projekte sind Ihnen in besonderer Erinnerung geblieben?
Horst Bader: Ein großes, anspruchsvolles Projekt haben wir für Heidelberger Druck realisiert. Das waren zwei HB 3045 Schleifmaschinen mit Siemens-Steuerung, mit denen der Anwender Werkzeuge komplett schleifen konnte. Für uns war Heidelberger eine klasse Referenz. Und mit dieser Referenz haben wir dann den Einstieg bei Daimler-Benz, MAN oder BASS geschafft. BASS ist übrigens noch heute Haas-Kunde und ein absoluter Spezialist von Werkzeugen für die Gewindebearbeitung.

Schleifblog: Stichwort Neukundengeschäft. Wie haben Sie damals auf Haas aufmerksam gemacht?
Horst Bader: Für mich waren Messen immer ein ganz wichtiges Instrument, um auf unsere Produkte aufmerksam zu machen. Für mich stand der persönliche Kontakt zu unseren Anwendern immer ganz oben. Die EMO in Hannover und die AMB in Stuttgart waren anfänglich die wichtigsten Messen, auf denen wir unsere Kunden und Interessenten getroffen haben. Da haben wir immer neue Anregungen für unsere Entwicklung bekommen. Über die EMO haben wir die ersten Kontakte zu ausländischen Kunden und Vertretern bekommen.

Schleifblog: 1998 waren Sie dann bei den allerersten Ausstellern auf der GrindTec.
Horst Bader: Ja, das ist richtig. Die erste GrindTec war für uns ein ganz wichtiger Schritt. Hier hatten wir die Möglichkeit, Menschen zu treffen, die sich wirklich für Schleiftechnologie interessieren. Die GrindTec in Augsburg war vom ersten Tag an eine Fachmesse im besten Sinne des Wortes. Neben den Messen waren es vor allem die direkten Empfehlungen von zufriedenen Anwendern, die uns weitergebracht haben. Die Qualität unserer Maschinen hat sich rumgesprochen.

Schleifblog: Sie sprachen von der großen Fertigungstiefe in den Anfängen von Haas. Hat sich das im Lauf der Zeit geändert?
Horst Bader: Mit der Einführung der CNC-Maschinen haben wir angefangen, Steuerungen, Elektronikkomponenten oder Führungen zuzukaufen. Aber immer nur von Anbietern, die unseren eigenen Qualitätsansprüchen genügt haben. Dennoch ist die Fertigungstiefe bei Haas immer hoch geblieben.

Der Einkorndiamant. Für Schleifexperten fast so wertvoll wie die Kronjuwelen.

Der Einkorndiamant. Für Schleifexperten fast so wertvoll wie die Kronjuwelen.

Schleifblog: Was hatte es eigentlich mit dem berühmten Einkorndiamanten in Ihrer Schreibtischschublade auf sich?
Horst Bader: Mit dem Einkorndiamanten haben wir Schleifscheiben in einer bestimmten Form abgerichtet. Dazu wurde der Einkorndiamant auf eine Vorrichtung gespannt. Mit dem Einkorndiamant hat man die Körner in der Schleifscheibe wieder aufgebrochen. Das Korn wird dadurch wieder scharf, und die Schleifscheibe hat wieder Biss. Ja, den Einkorndiamanten hatte ich immer entweder in der Hosentasche oder in meiner Schublade. Heute richtet man ja bei Haas mit Abrichtvorrichtungen in der Maschine ab.

Cross-Dressing-Abrichteinheit in einer Multigrind® CU von Haas.

Cross-Dressing-Abrichteinheit in einer Multigrind® CU von Haas.

Schleifblog: Eine Stärke von Haas …
Horst Bader: …genau. Entweder wird in der Maschine am parallel rotierenden Abrichter profiliert oder aber im Cross-Dressing-Verfahren. Da steht die Abrichtscheibe im Winkel von 90 Grad zur Schleifscheibe. Für die druckempfindlichen Spitzscheiben, die man zum Schleifen der kleinen Radien bei den Formstechplatten einsetzt, ist das wesentlich schonender. Tolle Sache, das hatten wir damals noch nicht.

Schleifblog: Schleifmaschinenhersteller sagen ja gerne von sich, dass sie das µ spalten. War das früher auch schon so, oder arbeitet man heute genauer?
Horst Bader (lacht): Natürlich haben auch wir versucht, das µ zu spalten. Wir haben immer Maschinen gebaut, mit denen man im µ-Bereich schleifen konnte. Unsere Kunden haben diese Präzision schon damals von uns verlangt. Wir haben zu meiner Zeit mit extrem genauen Heidenhain-Maßstäben in µ-Auflösung gearbeitet. Bei den Rundachsen haben wir Encoder mit Winkelauflösungen im Tausendstel Grad-Bereich eingesetzt.

Schleifblog: Bei welchen Werkstücken war das besonders wichtig?
Horst Bader: In der Medizintechnik beim Schleifen der Konturen von Knieimplantaten musste in Teilschritten vom µ-Bereich aufgelöst werden. Da kamen dann schon Mal 420.000 Einzelsätze im Code des Schleifprogramms zusammen. Das war sogar für die Siemens-Steuerung zu viel. Also sind wir nach Erlangen gefahren und haben mit den Experten bei Siemens geredet. Die haben dann die Speicherkapazitäten bei den Steuerungen für uns erweitert, sonst hätte man diesen komplexen Schleifprozess nicht abarbeiten können. Das war eine gute Zusammenarbeit. Sie sehen, wir haben damals auch sehr genau gearbeitet. Wenngleich die Schleifmaschinen, die heute bei Haas rausgehen, aufgrund der genaueren Führungssysteme, der besseren Spindeln und Messsysteme noch mal präziser geworden sind.

Nachhaltig gut! Haas-Schleifmaschine HS 1.

Langlebig, nachhaltig, gut: die Haas-Schleifmaschine HS 1.

Schleifblog: Was glauben Sie, wie viele von den alten „HS 1 Schleifmaschinen“ laufen noch beim Kunden?
Horst Bader: Bestimmt noch einige, da diese Maschinen hauptsächlich zum Nachbearbeiten oder zum Nachschleifen eingesetzt wurden. Da halten die praktisch ewig. Zu meiner Zeit haben wir meistens so vier bis fünf HS 1 Maschinen pro Monat ausgeliefert. Bis 2004 hat Haas rund 2.400 mechanische Werkzeug- oder Flächenschleifmaschinen auf der HS 1-Basis gebaut. Dann kamen die CNC-Schleifmaschinen und das Geschäft mit der HS 1 ging zurück. Die Wiederholgenauigkeit bei unseren neuen CNC-Schleifmaschinen war einfach viel besser.

Unser großer Dank gilt Horst Bader, einem begeisterten Ingenieur, umsichtigen Unternehmenschef und überaus freundlichen Menschen!

Auch als Pensionär war Horst Bader noch an technischen Entwicklungen interessiert; hier im Gespräch mit Haas-Techniker Frank Asprion.

Auch als Pensionär war Horst Bader noch an technischen Entwicklungen interessiert. Hier im Gespräch mit Haas-Techniker Frank Asprion.

 

 

 

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